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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich schenkt auf Bitten des Bischofs Eberhard von Bamberg dessen armem Kloster Schuttern den ganzen Zehnten von Malterdingen (Kr. Emmendingen, Südbaden) im Breisgau, der ihm in seinem dritten Regierungsjahr in Verona von seinem Vasall Wolfrat von Altshausen und dessen gleichnamigem Sohn für die Grafschaft im Erigau übergeben worden war, ferner (wie DH. II. 348 a) den Ort Heiligenzell, eine Hufe zu Friesenheim sowie sechs Hufen zu Plobsheim und setzt eine Pön von 40 Pfund fest, von der je 10 Pfund auf den Fiskus, den Bamberger Bischof, den Abt und auf den Vogt entfallen sollen (qualiter nos ... peticione venerandi presulis Euerhardi cuidam suo pauperi monasterio Offonis cella dicto tres tercias partes decimae tocius villae quae Maltertinga vocatur sitae in pago Prisgauue donamus et tradimus, quas nobis fidelis vassallus noster Woluerat de Alshusa cum manu filii sui Wolueradi pro comitatu in Erigauue inter alia anno regni nostri tercio Verone potestative tradidit, preterea unam villam Ruotgeresvilere dictam et unum mansum in Fresenheim in comitatu Bertoldi in pago Mortinouua et VI mansus in villa quae dicitur Blabodesheim in comitatu Eberhardi in pago Alsatia cum omnibus suis pertinentiis ... largimur ... Si quis ... hanc nostrae auctoritatis traditionem et preceptum transgredi ac temere infringere presumpserit et res prefatas ab usu abbatis fratrumque suorum aliquo modo alienaverit, XL libras, decem fisco nostro, X Babenbergensi episcopo, X abbati et X advocato persolvat). – Guntharius canc. vice Erchanbaldi archicap.; Fälschung aus dem ersten Viertel des 12. Jh.; M.; SI.; „Si venerabilia ecclesiarum.”

Überlieferung/Literatur

Angebl Karlsruhe Generallandesarchiv (A).

Faksimile: Hirsch, Die Urkundenfälschungen des Klosters Ebersheim u. d. Entstehung des Chronicon Ebersheimense (Festschrift H. Nabholz, Zürich 1934) 29.

Marian, Gesch. der österr. Klerisey I, 2, 413 aus A; MG. DD. 3, 443 no. 348 b.

Dümgé, Reg. Bad. 15; Stumpf 1664; Guttenberg 126.

Kommentar

Gegen Bresslaus Annahme (vgl. dessen Vorbemerkung zu DH. II. 348 b), die Fälschung gehe auf ein von DH. II. 348 a verschiedenes Dep. Heinrichs II. für Schuttern zurück, sei aber in fälschender Absicht vor allem um die tres tercias partes des Zehnten von Malterdingen erweitert worden, gelang H. Hirsch NA. 36 (1911) 398 ff. – auf Lechners Forschungen über die schwäbischen Urkundenfälschungen MIÖG. 21 (1900) 28 ff. fußend – der Nachweis, daß das angebliche Original auf Grund innerer Kriterien und des paläographischen Befundes ein Produkt des bekannten Reichenauer Fälschers ist. Die Dispositio geht auf DH. II. 348 a zurück. Das separat aufbewahrte Siegel, welches Bresslau unbekannt geblieben war, ist nach Wibel NA. 36 (1911) 311 Anm. 3 ein echtes Heinrichs IV., das aber versehentlich für das schon länger verlorene Siegel beigelegt worden sein dürfte. Vgl. auch Kehrs Vorbemerkung zu DKa. III. 5 a.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1882, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-00-00_2_0_2_4_1_700_1882
(Abgerufen am 22.10.2017).