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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich schenkt dem Kloster Michelsberg bei Bamberg 13 namentlich genannte Haupthöfe zu freiem Verfügungsrecht zum Nutzen des Klosters, er trifft Bestimmungen über die niedere Gerichtsbarkeit des Abtes, über das Recht des Rekurses bei Streitigkeiten der Kolonen und setzt die Abgaben der Hintersassen fest. – Guntherius canc. vice Erchenbaldi archicap.; Fälschung des 13. Jh.; M.; gefälschtes SI.; „Nosse volumus industriam.”

Überlieferung/Literatur

Angebl. Bamberg Staatsarchiv (A1); Urkunde in Diplomform aus der Mitte des 13. Jh. München Hauptstaatsarchiv (A).

Bruschius, Chronol. ed. I. 87' aus Abschrift; MG. DD. 3, 670 no. 520.

Dobenecker 645; Böhmer 1136; Stumpf 1646.

Kommentar

Nachweis der Fälschung bei Rieger MIÖG. 1 (1880) 75 ff. und Bloch NA. 19 (1894) 643 f.; nach Bresslaus Vorbemerkung zu DH. II. 520 wurde für das Protokoll das gefälschte DH. II. 332 b (Reg. 1859) verwendet. einzelne Teile zu Beginn der Narratio dürften aber aus einem Dep. Heinrichs II. für Michelsberg oder Bamberg stammen; Beschreibung des gefälschten Kaisersiegels NA. 3 (1878) 45. – Zu dem lange Zeit hindurch unbekannten Original A1, das nach dem Schriftbefund und nach sachlichen Gründen in den Jahren 1217–1222 von einem anderweitig nachweisbaren Michelsberger Schreiber angefertigt wurde und welches sachlich mit der Ausfertigung A übereinstimmt, vgl. Guttenberg NA. 48 (1930) 420 ff.; im Zusammenhang und zum Teil in wörtlicher Übereinstimmung mit der Ausfertigung A wurde nach Bresslau l. c. ein Diplom für St. Stephan zu Bamberg auf den Namen Heinrichs II. gefälscht, das aber nur in einem Auszug bei Schuberth, Hist. Versuch über die Gerichtsverfassung des Hochstiftes Bamberg (Erlangen 1790) 37 erhalten ist; vgl. Jbb. Heinrichs II., 2, 88 Anm. 3 und Bloch l. c. 643 Anm. 1. – Zu den Ortsnamen vgl. Regg. 1864, 1902, doch fehlen dort die Orte Dörfleins (Kr. Bamberg, Oberfranken), Ebensfeld (Kr. Staffelstein. ebenda), Ober- und Unterleiterbach (ebenda), Elsendorf (Kr. Höchstadt. ebenda) und Hausen (Frankfurt/Main), die nach Bloch l. c. 643 erst unter Bischof Otto I. (1102 bis 1139) als Michelsberger Besitzungen aufscheinen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1860, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1015-02-05_4_0_2_4_1_653_1860
(Abgerufen am 28.03.2017).