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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich bricht auf Ersuchen der Großen die rasche Verfolgung der Polen ab und bezieht zwei Meilen vor Posen das Lager. Der Gegner überfällt die Deutschen beim Fouragieren und fügt ihnen beträchtliche Verluste zu. Nachdem Herzog Boleslaw durch Vermittler um Frieden gebeten hatte, schickt König Heinrich den Erzbischof Tagino von Magdeburg nach Posen, der unter Festsetzung angemessener Entschädigungen den Frieden mit dem Polenherzog abschließt.

Überlieferung/Literatur

Thietmar VI, 27 (20): Interim per fidos intercessores regis gratiam Bolizlavus peciit et exaudiri mox promeruit. Tagino archiepiscopus cum aliis familiaribus regis ad civitatem predictam a Bolizlavo rogatus venit et cum iuramentis ac emendacionibus condignis firma pacis foedera apud eundem pepigit; Ann. Quedlinburg. (SS. 3, 79).

Kommentar

Die Friedensbedingungen sind unbekannt, doch dürfte nach Holtzmann, Thietmar 306 Anm. 5 die alte Grenze am Bober wiederhergestellt worden sein. Mit Holtzmann, Kaiserzeit 408 von einer Anerkennung der deutschen Oberhoheit über Polen bis zur Warthe zu sprechen, ist wohl nicht zulässig. Die Ann. Quedlinburg. l. c. lassen den König „assumpta non bona pace” heimkehren; vgl. dazu Holtzmann in Sachsen u. Anhalt 1 (1925) 112 und ders. ebenda 2 (1926) 74 Anm. 92 zur Unlust der Sachsen am Polenkrieg. Nach Schünemann DA. 2 (1938) 78 mußte König Heinrich schon wegen der allgemeinen Erschöpfung des Heeres Frieden schließen; vgl. auch Jbb. Heinrichs II. 1, 369 f. und Zeißberg in Sitzungsberichte d. Wiener Akad. d. Wiss., phil.-hist. Kl. 57 (1868) 334 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1601g, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1005-09-22_2_0_2_4_1_265_1601g
(Abgerufen am 24.01.2017).