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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich beurkundet die Wiedererrichtung des Bistums Merseburg (wie Reg. 1557) und restituiert diesem den von Bischof Hildeward von Zeitz zurückgestellten Teil der Diözese und den Zehent von den Burgwarden Trebeni (?) und Tuchamuzi (?), wofür der König die drei unter dem Namen Kretzschau (Kr. Zeitz, Bz. Halle) zusammengefaßten Orte gegeben hatte, sowie die früher in der Merseburger Diözese gelegenen Orte Wissepuchg (?) und Lastau (Kr. Rochlitz, Bz. Chemnitz) im Gau Schutizi, die Gisiler nach Auflösung des Bistums Merseburg unrechtmäßig an Bischof Volkold von Meissen abgetreten hatte (Unde vero et partem parrochie atque decimacionem civitatum, que Trebeni et Tuchamuzi vocantur, ab venerabili episcopo Cicicensis ecclesie Hildiwardo cum tribus villis loco sibi competenti collocatis et sub uno vocabulo Croziwa vocatis sua voluntate redimentes Merseburgensi ecclesie restituimus. Preter hec eciam duas villas in pago Schutizi et prius in episcopatu Merseburgensi sitas nomine Wissepuchg et Lostataua, quas predicte destructor ecclesie Gisilherus sine concambio ac regalibus preceptis Wolcoldo Misnensis ecclesie episcopo sponte sua inpotens concessit, ... Merseburgensi ecclesie ... reddimus). – Egilbertus canc. vice Willigisi archicap.; verfaßt und wahrscheinlich auch geschrieben von EA; vgl. die Bemerkungen zu Reg. 1566; M.; „Notum habeat tocius.”

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Merseburger Kopialbuch aus dem Anfang des 15. Jh. f. 102 in der Domkapitelbibliothek Merseburg (B).

Strauss, Positiones historicae de Rudolfo Suevico anticaesare ed. II. (Halae 1728) 29 ohne Daten aus B; Auszug in der Chronica episc. eccl. Merseburgens. in MG. SS. 10, 176 aus der dort 162 verzeichneten Überlieferung; MG. DD. 3, 80 no. 65; Rosenfeld, UB. d. Hochstiftes Naumburg 1, 11 no. 14.

Dobenecker 605; Böhmer 949; Stumpf 1374.

Kommentar

Zur nicht einheitlichen Datierung vgl. die Bemerkungen zu Reg. 1556. – Schlesinger, Archiv f. Diplomatik 1 (1955) 161 f. und Kirchengeschichte Sachsens (1962) 1, 307 Anm. zu S. 66 bezeichnet das Diplom als eine von Bischof Thietmar von Merseburg mit Hilfe des DH. II. 64 (Reg. 1557) angefertigte Fälschung, der sich damit die Diözesanrechte und den Zehent über die Burgwarde Trebeni und Tuchamuzi sichern wollte, die nach Schlesinger südlich der Rippach in der Diözese Zeitz bei Delitz/Saale gelogen haben sollen. Wie nun aber die Ausführungen von Größler, Neues Archiv f. Sächs. Geschichte 30 (1909) 310 ff. und von Bönhoff ebenda 31 (1910) 8 ff., 32 (1911) 203 ff. zeigen, ist die Lokalisierung dieser beiden Burgwarde sehr umstritten; ihre Erwähnung darf daher nicht als Argument gegen die Echtheit angeführt werden, zumal Bresslau als Bearbeiter des Diploms nicht die geringsten Bedenken hatte, das Diktat der Urkunde dem Kanzleibeamten EA zuzuweisen; vgl. NA. 20 (1895) 129 f. Vielleicht könnte Bönhoffs bisher zu wenig beachtete Interpretation des DH. II. 66 (Reg. 1559) weiterführen; vgl. die dortigen Bemerkungen. – Die drei Ortschaften, die unter dem Namen Kretzschau zusammengefaßt sind, werden in DH. II. 66 namentlich genannt; vgl. auch Hessler, Mitteldeutsche Gaue (1957) 116 f., 153 und Bönhoff l. c. 31 (1910) 16 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1558, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1004-03-05_1_0_2_4_1_178_1558
(Abgerufen am 27.02.2017).