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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich erreicht auf dem Merseburger Hoftag, dem Bischof Leo, der Bibliothekar der röm. Kirche, beiwohnt, von Bischof Arnulf von Halberstadt die Abtretung des Merseburger Burgwardes an das wiederhergestellte Bistum Merseburg und schenkt der bischöflichen Kirche von Halberstadt als Entschädigung 100 Liten- und Hörigenhufen in folgenden Ortschaften: in Niederwünsch (Kr. Merseburg, Bz. Halle) 18 Hufen und den Zehnten, in Unterkriegstädt (ebenda) 18 Hufen und den Zehnten, in Heldrungen (Kr. Artern, Bz. Halle) 11 Hufen, in Seena (Kr. Naumburg, Bz. Halle) 6 Hufen, in Wischeroda (ebenda) und in der benachbarten Gemarkung 17 Hufen und in Döhren (Kr. Haldensleben, Bz. Magdeburg) 30 Hufen (adunatis in Merseburg archiepiscopis et episcopis, ducibus et comitibus, presente bibliotecario Romane ecclesie Leone episcopo, idem rex Henricus de conmuni auxilio omnium ab Arnulfo episcopo impetravit partem sue dyocesis, quantum videlicet circa fluvium Salam Mersburgensis territorii protenditur ambitus, ... episcopatum Mersburgensem ... reformavit ibidem continuo Wibertum episcopum ordinando. Pro reconpensatione autem horum terminorum rex Hinricus de proprietate sui iuris Halberstadensi ecclesie tradidit lege perpetua C mansos litonum et servorum in hiis villis: in villa Unsci XVIII et decinam mansorum, in Crikstide XVIII mansos et decimam, in Haldrungin XI mansos, in Seon VI mansos, in Wisserodi et proxima marca XVII mansos, in Dornedhe XXX mansos. Hos igitur mansos Halberstadensi ecclesie datos in perpetuum possidendos regio privilegio confirmavit). – Wie die Anklänge an die Formulierungen der DDH. II. 63–66 (Regg. 1556–1559) zeigen, hat der Auszug in den Gesta episc. Halberstadt. teilweise den Wortlaut des verlorenen Diploms erhalten.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Auszug in den Gesta episc. Halberstadt. in Cod. 63 vom J. 1432 der Gymnasialbibliothek Halberstadt und in Cod. Hist. Germ. 355 des 17./18. Jh. der Stadtbibliothek Hamburg.

Sagittarius, Hist. Halberstadt. 26 zit. zu 1005; MG. SS. 23, 90 = Schmidt UB. d. Hochstiftes Halberstadt 1, 48 no. 62 zu 1003; Kehr, UB. d. Hochstiftes Merseburg 1, 30 no. 29; MG. DD. 3, 76 no. 62.

Dobenecker 603.

Kommentar

Nach Bresslau NA. 20 (1895) 136 Anm. 1 entnahm der Verfasser der Gesta die Indiktion und das Königsjahr dem Deperditum, das Inkarnationsjahr korrigierte er irrtümlich in 1003; da nach Bresslaus begründeter Vermutung die Urkunde das „actum Merseburg” getragen hat, gehört sie mit Kehr l. c. in die Tage um den 6. oder 20. Februar, als der König dort weilte; sie war somit das erste Diplom, das im Zuge der Wiederherstellung des Bistums Merseburg ausgestellt wurde; vgl. dazu Reg. 1553 g. – Erwähnt in Ann. Magdeburg. (SS. 16, 163) und Gesta archiepisc. Magdeburg. (SS. 14, 393).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1554, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1004-02-00_1_0_2_4_1_170_1554
(Abgerufen am 22.05.2017).