Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

Sie sehen den Datensatz 133 von insgesamt 1024.

Heinrich feiert das Osterfest. – Herzog Otto v. Kärnten, der Führer des mißglückten Feldzuges gegen den italienischen Gegenkönig Arduin von Ivrea (vgl. Reg. 1524 a), und der Babenberger Ernst erscheinen vor dem König und werden in Gnaden aufgenommen. Im Zuge der Vorbereitungen für den bereits unvermeidlich gewordenen Krieg gegen den Polenherzog Boleslaw Chrobry und gedrängt von einem drohenden Aufstand des bayrischen Markgrafen Heinrich von Schweinfurt (vgl. Reg. 1539 a) empfängt der König eine Gesandtschaft der heidnischen Redarier und Liutizen und geht mit ihnen ein Bündnis ein.

Überlieferung/Literatur

Thietmar V, 31 (19): Nuncios quoque Redariorum et Liudiciorum misericorditer suscepit hactenusque rebelles munerum dulcedine promissionumque iocunditate sedavit et de inimicis familiarissimos effecit; Ann. Quedlinburg. (SS. 3, 78); Ann. Hildesheim. (SS. schol.).

Kommentar

Das Bündnis mit den Redariern und Liutizen, das bis 1033 Bestand hatte (vgl. Jbb. Konrads II. 2, 94 ff.), bedeutete den Verzicht des Königs auf eine Mission bei diesen heidnischen Slawen, die ihrerseits eine formelle Oberhoheit des Reiches und die sich daraus ergebende Heerfahrtspflicht anerkannten; zur heftigen zeitgenössischen Kritik vgl. den Brief Bruns von Querfurt an Heinrich II. bei Giesebrecht, Kaiserzeit (5. Aufl.) 2, 680 ff. – Vgl. Jbb. Heinrichs II. 1, 255 ff.; W. Füllner, Stand der deutsch-slawischen Auseinandersetzungen 12 ff. (Beiträge z. mittelalterlichen u. neueren Geschichte 3, 1937); W. Brüske, Untersuchungen z. Geschichte d. Lutizenbundes 56 ff. (Mitteldeutsche Forschungen 3, 1955); Holtzmann, Kaiserzeit 403 f. – Unglaubwürdig ist die Nachricht der um 1146 entstandenen Vita Heinrici II. des Adalbert (SS. 4, 793), in Quedlinburg habe ein Hoftag stattgefunden, auf welchem der Krieg gegen Polen und Böhmen beschlossen worden sein soll.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1537b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1003-03-28_2_0_2_4_1_133_1537b
(Abgerufen am 26.03.2017).