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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Herzog Heinrich IV. von Bayern empfängt die Schar, welche den Leichnam Kaiser Ottos III. in gefahrvoller Reise aus Italien über die Alpen gebracht hatte. Adalbold cap. 3 (SS. 4, 684) spricht von einem exercitus, bei dem sich außer den von Thietmar genannten Kirchenfürsten Heribert von Köln und Siegfried von Augsburg noch die Bischöfe Notker von Lüttich, Lambert von Konstanz und die Grafen Otto (Sohn des Herzogs Karl von Niederlothringen), Heinrich und Wichmann befunden haben. Heinrich übernimmt die Leiche und die Reichsinsignien, ausgenommen die heilige Lanze, die Erzbischof Heribert von Köln vorausgesandt hatte. Daraufhin setzt Herzog Heinrich den Erzbischof in Haft und entläßt ihn erst, als dieser seinen Bruder, den Bischof Heinrich von Würzburg, als Bürgen stellt; bald darauf kommt die heilige Lanze zurück. Inzwischen versucht Herzog Heinrich, die Fürsten durch Versprechungen (Adalbold l. c. spricht von Geschenken) für seine Wahl zu gewinnen. Alle, bis auf Bischof Siegfried von Augsburg, weichen ihm aus und erklären, sich der Mehrheit des Volkes anschließen zu wollen. Heinrich geleitet den Zug weiter nach Augsburg.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV, 50 (31) f.: Exin cum ad Pollingun, curtem Sigifridi presulis Augustanae, venirent, ab Heinrico duce (cum Bavaricis episcopis et comitibus ergänzt Adalbold l. c.; vgl. auch Ann. Quedlinburg. SS. 3, 78) suscepti ... sunt. Quos singulatim, ut se in dominum sibi et regem eligere voluissent, multis promissionibus hortatur, et corpus imperatoris cum apparatu imperiali, lancea dumtaxat excepta, quam Heribertus archipresul clam premittens suam sumpsit in potestatem. Archiepiscopus autem custodia parumper detentus, relicto ibi pro vadimonio suimet fratre, cum licentia abiit ac sacram mox lanceam remisit. Is cum omnibus, qui huc inperatoris funus sequebantur, excepto antistite Sigifrido, duci tunc consenciebat neque omnino denegabat, sed quo melior et maior populi tocius pars inclinaret, libenter assensurum pronunciabat. – Dux vero cum his Augustanam attingens urbem.

Kommentar

Vgl. Jbb. Heinrichs II. 1, 194 f.; Holtzmann. Kaiserzeit 384 f.; zur heiligen Lanze vgl. P. E. Schramm, Herrschaftszeichen u. Staatssymbolik 2, 503. – Die Rolle Heriberts von Köln wird von seinem Biographen Lantbert (SS. 4, 745 cap. 7) bewußt unklar geschildert.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1483gg, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1002-02-00_1_0_2_4_1_32_1483gg
(Abgerufen am 20.01.2017).