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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt zu seinem Seelenheil dem Nonnenkloster S. Salvatoris et Felicis zu Pavia, genannt Reginae, dem die Äbtissin Domina Geppa vorsteht und in dem sich die kostbare Reliquie vom Holz des Kreuzes Christi, die zur Zeit Kaiser Ottos II. von Bischof Benedikt in Jerusalem aufgefunden wurde, befindet, die Höfe Marengo, Corvetula und Gamondo zum Unterhalt der Klosterinsassen. Jede Verletzung dieser Schenkung wird mit der Bannbuße von 100 Goldpfund und ewiger Verfluchung bestraft (quod nos ob dei omnipotentis amorem et animę nostrae remedium atque ut a peccatorum nexibus absoluti veniam mereamur ęternam, monasterio, in quo habetur preciosum lignum sanctae crucis, quod temporibus gloriosi atque victoriosi imperatoris secundi Ottonis a bonę memorię Benedicto episcopo eternę urbis Hierosolimis inventum est, dedimus et confirmamus cortes sive castella qę ... Berengerus et Adalbertus reges tenuerunt, Maringum scilicet et Coruetulam et Gamundium, cum omnibus pertinentiis ... ad victum scilicet et usum monacharum deo militantium in loco ubi ipsius crucis domini patrocinia haberi videntur, in quo abbatissa domna Geppa vel sibi successurae preesse dinoscuntur. Si quis igitur hoc preceptum violare aut corrumpere sine legali iudicio temptaverit, componat centum libras auri cocti ... ipseque violator ... anathemate perenni sit constrictus et cum omni maledictione quę in novo aut in veteri testamento habetur, perenniter interemptus). ‒ Heribertus canc. vice Uuilligisi archiep.; von Her. C verfaßt und geschrieben; MF., B. D. „Omnium fidelium nostrorum.”

Überlieferung/Literatur

Archivio di Stato zu Mailand (A).

Muratori, Antiqu. Ital. 5 (1741) 523'; MG. DD. O. III. 849 f., Nr. 415.

Böhmer 886; Stumpf 1273.

Kommentar

Der Titel des Kaisers lautet: Otto tercius servus apostolorum. ‒ Die Handlung war möglicherweise schon am 21. erfolgt; an diesem Tag hat der Kaiser die sehr bedeutenden Güter, die er von dem Bischof Liutefred von Tortona erhalten hatte, sowie drei Kapellen in Pavia dem Kloster S. Salvatoris übertragen. Diese Güter waren an Liutefred auf Grund eines Gerichtsverfahrens in Pavia unter dem Vorsitz des Kaisers Anfang 998 gelangt, in dem ein Streit des Bischofs mit seinen Verwandten Richardus und Waldrada durch einen Zweikampf zu seinen Gunsten entschieden worden war (vgl. Reg. 1248 b). Die weitgehende Begünstigung des Klosters hat ohne Zweifel ihre Ursache in dem Streben des Kaisers gehabt, über die wunderwirkende Kraft der Reliquie zu verfügen. Die Äbtissin Geppa dürfte deutscher Abstammung gewesen und zu dem Kapellan Meinwerk, dem späteren Bischof von Paderborn, in verwandtschaftlicher Beziehung gestanden haben, der auf ihre Intervention vermutlich zu dieser Zeit eine Schenkung des Kaisers empfing; vgl. D 417, Reg. 1431. ‒ Ob Geppa den Kaiser auf seiner weiteren Fahrt nach Ravenna bzw. Todi und Paterno begleitet hat, wissen wir nicht, wohl aber befand sich die Kreuzreliquie an erster Stelle unter den Heiligtümern, die während seiner schweren Krankheit und in seiner Todesstunde bei seinem Lager aufgestellt waren. Er muß also diese Reliquie seit Pavia mitgeführt haben. Vgl. Regg. 1424 d, 1450 a. ‒ Bischof Benedikt, der diese Reliquie aus Jerusalem gebracht hatte, dürfte nach einer Vermutung von Schwartz (Bistümer Reichsitaliens 141, Anm. 3) Papst Benedictus VII. (974‒983) gewesen sein. ‒ Zur Schenkung vgl. Haller, Tafelgüter d. röm. Königs. NA. 45 (1923) 53, 56; Darmstädter, Reichsgut 238ff., 245; Lanzani, Concessioni inmunitarie 48; Schrod, Tafelgüter 8f. ‒ Marengo = sö. v. Alessandria; Gamundium = Gamondo, heute Castellaggo Bormida, sw. v. Alessandria; Corvetula =? nicht feststellbar, vgl. Darmstädter, w. o.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1429, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1001-11-22_1_0_2_3_0_1288_1429
(Abgerufen am 06.12.2016).