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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Unruhe unter den deutschen Fürsten infolge des Gandersheimer Streites. Einzelne denken daran, den verhängnisvollen Gegensatz der bayrischen Liudolfinger gegen den Hauptstamm des sächsischen Kaiserhauses wiederzuerwecken; ihr Plan erfährt jedoch durch Herzog Heinrich IV. von Bayern, der sich der Mahnungen seines Vaters erinnert, eine entschiedene Ablehnung.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV c. 49 S. 188: Namque nostri duces et comites, non sine conscientia episcoporum, multa contra eum (sc. imperatorem) conspirare nituntur, Heinrici ducis, postea successoris sui, ad hoc auxilium postulantes. Hic ultima patris suimet et equivoci monita, qui in Gonneshem obiit ac requiescit, memori servans in pectore et sibi hactenus in cunctis fidelis, nullum his prebuit assensum. ‒ Vgl. Reg. 1144 c.

Kommentar

Schramm (Renovatio I. 183 Anm. 3) vermutet mit Recht, daß Gisilher von Magdeburg an diesen Umtrieben beteiligt gewesen sei. Er ist ebenso wie ter Braak (Otto III., 93 Anm. 1) der Ansicht, daß diese Verschwörung keine größere Ausdehnung erlangt habe, während Holtzmann (Kaiserzeit 387) annimmt, daß zahlreiche Fürsten dem Kaiser den Gehorsam verweigert hätten. Günter (Dtsch. Fürstentum, HJB. 57, 210, 213) ist geneigt, die ablehnende Haltung der Fürsten als eine Folge des Zwiespaltes mit Willigis anzusehen. Dieser ist jedoch gerade zu dieser Zeit der Heerespflicht als Kirchenfürst nachgekommen und hat sein Aufgebot, dem sich Burchard von Worms anschloß, nach Italien gesendet. Vgl. zu seiner Haltung Böhmer, Willigis 103; Günter, Bischöfe u. dtsch. Einheit. HJB. 55, 146. ‒ Zu der Verschwörung vgl. noch Lintzel, Hoftage 121; Cartellieri, O. III. 202; Johnson, Secular activities 38.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1420b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1001-00-00_1_0_2_3_0_1260_1420b
(Abgerufen am 11.12.2017).