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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto läßt vermutlich auf der Fahrt zur Grenze des polnischen Reiches in der Nähe des Zobten „ad Schottin” durch den Vertreter des Papstes die Weihe des Aschericus, eines Schülers Adalberts von Prag, den dieser 997 als Abt des von ihm gegründeten Klosters in Meseritsch eingesetzt hatte, zum Erzbischof von Ungarn vornehmen und zieht dann durch den Gau Diedesisi nach Eulau an der Bober, wo ihn Herzog Boleslaw von Polen erwartet.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV. c. 45, S. 182: Decursis tunc Milcini terminis huic ad Diedesisi pagum primo venienti Bolizlavus, qui maior laus non merito sed more antiquo interpretatur, parato in loco, qui Ilua dicitur, suimet hospicio, multum hilaris occurrit. ‒ Passio S. Adalberti. SS. 15, 706. ... in Polaniam regionem cursum direxit, et ad Mestris locum divertens, coenobium ibi construxit (sc. Adalbertus), monachosque quam plures congregans, Aschricumque abbatem eos ad regendum constituit, qui postea archiepiscopus ad Sobottin consecratus est; in quo loco aliquantisper moratus est.

Kommentar

Vgl. Jbb. Exkurs XXII. Die Weihe des Aschericus zum Erzbischof ad Sobottin, S. 566 ff. dazu noch Valjavec, Kulturbeziehungen I.2 36. ‒ Die Passio ist die älteste erhaltene polnische Überlieferung über den Tod Adalberts und die damit zusammenhängenden Ereignisse. Da sie zweifellos aus dem Kloster Meseritsch stammt, muß die Nachricht über die Weihe des Aschericus zum Erzbischof als zuverlässig betrachtet werden. Für „ad Sobottin” kommt in erster Linie der Zobten östl. von Schweidnitz, bzw. seine Umgebung in Betracht und für den Zeitpunkt der Weihe, die durch einen hohen Kirchenfürsten vorgenommen werden mußte, bietet die Fahrt nach Gnesen die einzige Gelegenheit. Es ist zweifellos möglich, daß der Kaiser auf der Fahrt nach Gnesen diesen Umweg nach dem Zobten eingeschaltet hat. ‒ K. Engelbert (Arch. f. schlesische KG. XIII. 1965) tritt für Zobten a. Bober, sö. v. Löwenberg ein, das früher Czobotendorf hieß. ‒ Wie bei Gaudentius handelt es sich bei diesem Akt noch nicht um die Verleihung eines bestimmten Diözesangebietes, sondern nur um die persönliche Weihe. Vgl. auch Jbb O. III. 319, 581 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1349c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1000-02-15_1_0_2_3_0_1086_1349c
(Abgerufen am 25.02.2017).