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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt zu seinem und seiner Eltern Seelenheil dem Kloster Burtscheid nahe von Aachen, in dem die sterblichen Überreste des verehrungswürdigen „confessor” und Gründers Gregorius ruhen, aus seinem Eigengut die Höfe Cagenberg und Kostheim und droht jedem seiner Nachfolger, der die Rechte des Klosters verletzen würde, mit dem göttlichen Gericht (qualiter nos ob ... anime ... nostre parentumque nostrorum remedium monasterio sanctorum martirum Apolinaris et Nicolai venerandique confessoris Gregorii in eodem monasterio corporali quiescentis materia, a quo idem venerabilis locus funditus fuit edificatus, non longe distans a nostro sacrosancto Aquisgranensi palatio, communi vocabulo Burci nominato nostre gratissime donationis ac imperialis precepti privilegio quandam nostri iuris curtem Cagenberg dictam in comitatu (Lücke) in pago (Lücke) sitam atque aliam curtem Custem nominatam in comitatu (Lücke) in pago (Lücke) positam ... Si quis vero nostrorum successorum regum seu imperatorum predictum venerabile monasterium hiis beneficiis minuere aut aliquid subtrahere temptaverit, ante iudicem tremendi examinis perpetue maledictionis anathemate feriatur). ‒ Heribertus canc. vice Willegisi archiep.; verfaßt und geschrieben von Her. C, die Signumzeile stammt von einer anderen Hand, vielleicht von Her. E.; M., „Si beneficiis a deo nobis collatis”.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Abschrift Kindlingers ex copiario s. Stephani Moguntini aus dem 14. Jh. in dessen Sammlungen 131. Bd. S. 137 im Staatsarchiv zu Münster (C).

Böhmer, Acta selecta (1870), 28, Nr. 33 (aus C); MG. DD. O.III. 777 f., Nr. 248.

Stumpf 1212 a; Wauters, Table chronol. VII. Suppl. S. 111 f.

Kommentar

Die Gründung von Burtscheid ist unter Otto III. erfolgt. Vgl. DH. II. 380, S. 484 „qui ipsum locum a fundamento ad dei servicium ordinare cepit” und DK. III. v. 8. April 1138. Stumpf Reg. Nr. 3369 „a tempore pii Ottonis fundatoris eiusdem ecclesie”. Vgl. Huyskens, Aachener Kirchengründungen, 266 ff., 272 f. ‒ Abt Gregor von Burtscheid war Grieche und hat daher die beiden griechischen Märtyrer Apollinaris und Nikolaus als Schutzheilige seines Klosters erwählt; seine Abstammung aus vornehmen Hause wird von seinen beiden in Burtscheid verfaßten Lebensbeschreibungen betont. Die jüngere Vita bezeichnet ihn als „frater”, also als einen nahen Verwandten der Kaiserin Theophanu, und die Tatsache, daß ihm in der Nähe Aachens die Möglichkeit einer Klostergründung geboten wurde, spricht für das Bestehen enger Beziehungen. Er dürfte der erste Beichtvater des Kaisers gewesen sein. ‒ Vitae Gregorii abb. prior et posterior. SS. 15, 1185‒1199. ‒ M. Uhlirz, Studien über Theophano 2. DA 6 (1943), 462 ff., zu dieser Urkunde 365 ff. ‒ Gegen die Glaubwürdigkeit der Vita posterior haben sich F. Dölger, Hist. Jb. 62‒69. Bd. (1949), 646‒658 und A. Hofmeister, Studien zu Theophano IV. Stengelfestschrift (1952), 238 ff. ausgesprochen. ‒ Zu der Strafandrohung für die Nachfolger des Kaisers vgl. D 347 für die Aachener Marienkapelle Reg. 1346. ‒ Ob die Lücken nach den Namen der beiden Höfe auf das verlorene Original zurückgehen, ist unsicher. Zu den Ortsnamen vgl. DH. II. 381: Cagenberg = Kamberg, Rb. Wiesbaden, Kr. Limburg; Kostheim = ö. von Mainz am Main. Vgl. Eggers, Grundbesitz, 31, 33.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1349, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1000-02-06_1_0_2_3_0_1083_1349
(Abgerufen am 23.01.2017).