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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto nimmt zu seinem Seelenheil das Kloster des heil. Andreas zu Ravenna und dessen Abt Ursus mit allen Besitzungen, auch denjenigen, die Erzbischof Leo in seiner Gegenwart geschenkt und in einer Urkunde verbrieft hat, sowie jenen, die das Kloster noch erwerben würde, in seinen Schutz und verbietet kirchlichen und weltlichen Amtspersonen jeden Eingriff (nos pro ... nostrae ... animę remedio sub nostri mundiburdii protectione recepimus sacrosanctum monasterium sancti Andreae apostoli domini quod fundatum est Rauennę in regione quę vocatur Herculana, et Ursonem venerabilem abbatem eiusdem monasterii cum omnibus rebus et possessionibus sibi pertinentibus tam his quę antiquitus visum est tenuisse, quamque his quę domnus Leo ... archiepiscopus per precepti paginam in nostra presentia largiens condonavit, et non solum his quae presentaliter habere videtur, verum etiam quę inantea eum dominus habere permiserit ... Et ... edicimus ut nullus dux marchio episcopus ... ipsum monasterium vel suos abbates vel monachos de omnibus quae supra retulimus audeat disvestire vel inquietare ...). ‒ Haeribertus canc. et archiep. recognovit; Empfängerausfertigung, nach dem in der Kanzlei üblichen Diktat für Muntbriefe verfaßt und mundiert auf einem oblongen, sonst in diesem Format nicht gebräuchlichen Pergamentblatt, vermutlich von einem Ravennater Schreiber. B. 2. „Notum fieri volumus”.

Überlieferung/Literatur

Diplom zweifelhafter Geltung im Archivio Comunale in d. Bibl. Classense zu Ravenna (A).

(Fantuzii) Mon. Rav. 1 (1801) 230 Nr. 74 (aus A zu 1001); MG. DD. O. III. 772 f., Nr. 342.

Stumpf 1277 (zu 1002).

Kommentar

Gegen Inhalt und Fassung sind nach Ottenthal (Vorbemerkungen DD. O. III., S. 772) keine Bedenken zu erheben. Die zeitliche Einreihung ergibt sich aus der Besieglung mit B. 2, ferner aus der erwähnten Schenkung des Erzbischofs Leo in Anwesenheit des Kaisers. ‒ Die Datierungszeile fehlt, doch ist an ihrer Stelle anscheinend in anderer Schrift „VII. id. ian.” eingetragen. Demnach müßte die Urkunde auf der Fahrt, wahrscheinlich noch in Verona ausgestellt worden sein. Da wir keinen anderen Anhaltspunkt für eine Datierung besitzen als jene Eintragung, gegen deren Gültigkeit kein nachhaltiger Einwand erhoben werden kann, wäre die Urkunde, wenn auch nicht mit Sicherheit, so doch besser zu dem 7. Jänner 1000 und nach Nr. 343 einzureihen. Da der Kaiser am 1. Januar 1000 in Verona und am 17. in Staffelsee urkundet, ist es möglich, daß er sich am 7. noch in Verona aufgehalten hat und die Ausstellung der Urkunde dort, vielleicht noch in Gegenwart des Erzbischofs Leo, erfolgt ist. Der Titel „archiepiscopus”, den Heribert in der Rekognition führt, läßt vermuten, daß er dem Kaiser von Köln kommend bis Verona entgegengeeilt ist und bei der Ausstellung der Urkunde anwesend war. Da seine Einführung in Köln am 25. XII. 999 erfolgt war, standen ihm 12‒13 Tage ‒ also genügend Zeit ‒ für die Fahrt bis Verona zur Verfügung. Die Betrauung eines Ravennater Schreibers mit der Mundierung mag ihre Ursache darin gehabt haben, daß das Kanzleipersonal schon den Marsch nach Norden angetreten hatte. Auf diesen Schreiber ist zweifellos die unregelmäßige Form der Rekognition zurückzuführen. Vgl. Kehr, Urkk. O. III. 77. ‒ Zu dem Nonnenkloster S. Andreae vgl. IP. V. 85.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1340, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1000-01-07_1_0_2_3_0_1072_1340
(Abgerufen am 21.10.2017).