Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

Sie sehen den Datensatz 1162 von insgesamt 1375.

Otto erneuert auf Bitte des Erzbischofs Heribert von Köln seine frühere Besitzbestätigung für Frau Werinburg und ihre Erben Sigfried und Raimbald und untersagt allen Trägern staatlicher Gewalt einen Eingriff in ihre Rechte bei Verhängung einer Poena pecuniaria von 1000 Pfund Goldes (qualiter veniens Heribertus Coloniensis archiepiscopus deprecando nostram [adiit] celsitudinem, ut cuidam femine Werinburgae nomine suisque heredibus eius precepti corroborationem quod ei antea fecimus, confirmare dignaremur. Cuius itaque petitioni obtemperantes preceptum quod ei antea fecimus, nun coroboramus ... Insuper vero ut nulla persona sive magna vel parva aliquid inuste in predictis praediis ei suisque heredibus, Siginfrido videlicet nomine ac Raimbaldo, agere presumat, nostra prohibemus auctoritate ... Precipientes vero iubemus ut nullus dux marchio comes ... hanc nostri precepti auctoritatem inquietare vel molestare audeat. Si quis ... violator extiterit, sciat se compositurum auri optimi libras mille ...). ‒ Heribertus canc. in vice Petri Cumani episc.; der Context entspricht den Her. D geläufigen Formeln; in der Datumzeile an der Stelle der Tagesangabe eine Lücke; M. „Notum sit omnibus Christi fidelibus”.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Transsumt v. d. J. 1310, ehemals im Archiv der Grafen Collalto zu S. Salvadore bei Conegliano (B), vermutlich im 1. Weltkrieg 1914‒1918 vernichtet.

Ottenthal MIÖG. I (1880) 617f. (aus B); MG. DD. O. III. 805 f., Nr. 378.

Stumpf 1240 a.

Kommentar

Die Vorurkunde ist nicht erhalten. Vgl. Deperd. Reg. Nr. 1348. ‒ Ob die Lücke in der Datumzeile schon in dem Original enthalten war oder durch den Kopisten verschuldet wurde, bleibt unentschieden. Die Urkunde war nach der Angabe Ottenthals (S. 806, Anm. b) besiegelt, doch ist die Bulle bei der Ausfertigung des Transsumtes 1310 nicht mehr vorhanden gewesen; die Stelle, an der die Bullenschnur angebracht war, ist jedoch damals noch kenntlich gewesen. ‒ DD. 378‒381 hängen inhaltlich und zeitlich zusammen und sind daher auch in der DD. Ausgabe gemeinsam eingereiht und behandelt worden. Regg. 1387‒1390. Bei D 379 ist die Datierung nicht überliefert, DD. 380 und 381 entbehren wie D 378 der Tagesangabe. Durch die Ortsangabe Borgo San Donnino und das Jahr 1000 ist jedoch die Einreibung nach D 377, Pavia 10. Juli 1000 gegeben. ‒ Vgl. Vorbemerkung Ottenthals zu D 378 und Kehr Urkk. O. III., 223f., 255. ‒ Werinburg muß eine Verwandte des Grafen Raimbald von Treviso gewesen sein, wie schon die Aufbewahrung der Urkunde in dem Archiv der Grafen Collalto beweist. Schwerlich ist dabei an seine Mutter oder Gattin zu denken, da er in diesem Fall wie in den anderen gleichzeitig und auf Intervention Heriberts von Köln (DD. 380, 381) ausgestellten Urkunden mit seinem vollen Titel angeführt worden wäre. Nach Ottenthal (Archiv d. Grafen Collalto. MIÖG. w. o. 614‒618) dürfte sie mit dem Grafen Raimbald verschwägert gewesen sein. ‒ Besonders auffallend ist, daß in allen vier Urkunden die bei Empfängern aus dem Laienstand ungewöhnlich hohe Bannbuße von 1000 Pfund Gold verhängt wird.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1387, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1000-00-00_1_0_2_3_0_1162_1387
(Abgerufen am 28.03.2017).