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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Kaiser und Papst bestellen den Kapellan und Pfalzbischof Leo-Warinus zum Bischof von Vercelli.

Überlieferung/Literatur

Vgl. DD. 323, 324; Regg. 1320, 1321.

Kommentar

Die Besetzung dieses Bistums war infolge seiner gefährdeten Lage von besonderer Bedeutung. Durch den Beschluß der Ostersynode (Reg. 1305 c) waren auch den Anhängern Arduins ihre Besitzungen entzogen worden, die der Kaiser unter die drei durch die Umtriebe Arduins geschädigten Bistümer Vercelli, Novara und Ivrea aufgeteilt hat. Reg. 1311b. ‒ Leo-Warinus war einer der angesehensten Berater Ottos und hat den Plan einer Erneuerung des Imperiums Romanorum in Gestalt eines ecclesiastischen Reiches unter gemeinsamer Leitung von Kaiser und Papst wahrscheinlich entscheidend beeinflußt. Vgl. dazu Jbb. O. III. S. 271 ff. Noch Löwenfeld (Leo v. Vercelli, 4) war ebenso wie Gabotto (Millennio di stor. eporediese. Bibl. subalp. IV 24) der Ansicht, daß Leo ein Deutscher war. Dann hat Bloch (Beitr. z. Gesch. Leos. NA. XXII 77 ff.) ihn als Italiener bezeichnet und man ist im allgemeinen seiner Meinung gefolgt (Schramm, Renovatio I 100, 127; Schwartz, Bistümer Reichsital. 136 u. a.). ‒ Allem, daß er ursprünglich den Namen Uuannus = Warinus führte, seine enge Freundschaft mit Bischof Bernward von Hildesheim, endlich die Tatsache, daß er in einem 1016 an Kaiser Heinrich II. gerichteten Brief deutsche Dialektworte aus der Hildesheimer Gegend gebraucht („Uuaregat selfiu uuaregot”) lassen ihn doch als Deutschen (Sachsen?) erscheinen, der sich wie Erzbischof Friedrich von Ravenna auch nach dem Tode Ottos III. unter Arduin zu behaupten gewußt hat.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1319d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-05-00_3_0_2_3_0_1013_1319d
(Abgerufen am 24.05.2017).