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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt seiner sehr geliebten Schwester, der Äbtissin Adelheid die gesamte Provinz Gera zu freier Verfügung (quod nos amantissimae sorori nostrae Adalheidae venerabili abbatissae quandam provintiam Gera dictam in proprium dedimus, cum omnibus utensilibus ..., eidem iam prefatae sorori nostrae unicae semper diligendę nostra imperiali potentia libera traditione donavimus, eo tenore ut ipsa de predicta hereditate ... liberam dehinc potestatem habeat dandi ... vel quequid magis libuerit inde faciendi). ‒ Heribertus canc. Uuillegisi archiep.; von demselben fremden Notar verfaßt wie D 321; MF.; B. 2. „Notum sit omnibus fidelibus nostris”.

Überlieferung/Literatur

Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt zu Magdeburg, Rep. UQ. Quedlinb. A 1, a 29 (A).

Vidimierte Abschrift (Papier) v. J. 1690, Staatsarchiv zu Hannover, Celle Br. Des. 35 III., Nr. 12.

Kettner, Antiqu. Quedlinb. (1712) 37 Nr. 28 (aus A); MG. DD. O. III. 748, Nr. 322.

Erath, CD. Quedlinb. Tafel IX Nr. 14.

Böhmer 838; Stumpf 1187; Dobenecker 588.

Kommentar

Vgl. Weirauch, Quedlinb. Güterpolitik w. o. 124 f.; E. O. Schulze, Kolonisierung (1896) 97. ‒ In beiden DD. hat der Kaiser die Ausstattung seiner zur Nachfolgerin seiner Tante Mathilde in dem Kanonissenstift zu Quedlinburg ausersehenen Schwester Adelheid verfügt. Zu beachten ist die besonders betonte Zuneigung, die mit den Worten „unicae semper diligende” Adelheid an die erste Stelle unter den Schwestern Ottos rückt. Der fremde Notar dürfte der Gesandtschaft angehört haben, die sich von Quedlinburg nach Selz und von dort nach Rom begeben hatte, so daß man beide Urkunden als Empfängerdiktate bezeichnen darf. Daß zwei Urkunden mit fast gleichem Wortlaut ausgefertigt wurden, dürfte seine Ursache in der verschiedenen Rechtsstellung der übergebenen Besitzungen gehabt haben, Barby, Nienburg und Zitz werden als „proprietates” bezeichnet, während die Provinz Gera als Erbgut „hereditas” erscheint. Das Fehlen einer Intervention ist aus der hohen Stellung der Empfängerin zu erklären.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1319, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-04-26_2_0_2_3_0_1009_1319
(Abgerufen am 27.03.2017).