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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Neuausfertigung der Schenkung des Hofes Heerewarden und seines Gesindes auf Intervention Papst Silvesters II. an Bischof Notger von Lüttich zugunsten des Johannesklosters zu Lüttich (qualiter consultu et iusta petitione domni Silvestri pape primum quidem familiam in Marsna et in Casella nec non in Hittinchusen que ad Heriuuarda respitiunt, nec autem ipsum caput Heriwarda, cum omnibus familiis et prediis fideli nostro Notkero Leodiensium episcopo concessi, in recompensatione videlicet servitii avo patrique meo et mihi exhibiti et devotionis quam in eo pre omnibus promptam ad exequendam voluntatem meam et iustitiam semper repperi, ea scilicet ratione ut fratres in monasterio sancti Johannis in insula ab eo ante civitatem noviter constructo ad remedium anime mee et ipsius pro cuius amore exhibui, redditibus eiusdem loci in perpetuum sicut propriis utantur ...). ‒ Hildibaldus canc. vice Willigisi archiep.; nicht nur das kanzleigemäße Protokoll und die Nachzeichnung des Monogramms in B, sondern auch die Art, in der die Verdienste Notgers hervorgehoben werden, die der üblichen Stilisierung entspricht, endlich die Intervention Gerberts von Aurillac, der in der Neuausfertigung mit seinem Titel als Papst angeführt wird, sind Beweise für die Echtheit der Urkunde; M. „Notum fieri volo omnibus”.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Abschrift aus dem Anfang des 13. Jh. im Liber cartarum ecclesiae Leodiensis Nr. 9, f. 70 im Staatsarchiv zu Lüttich (B); Liber primus privil. aus dem 14. Jh. Nr. 9, f. 151 ib. (C); Cartulaire de St. Jean aus d. 16. Jh. I 54 (Magnus liber ruber chartarum) (D).

Chapeaville, Gesta pontif. Tungrensium 1 (1612) 210 (aus C); MG. DD. O. III. 657 f., Nr. 240; Poncelet, Cartulaire de St. Lambert, IV, S. 24, Nr. 17.

Böhmer 789; Stumpf 1108; Wauters, Table chronol. I S. 434; Kurth, Notger de Liege, App. VII. S. 80 Nr. 42.

Kommentar

Foltz und Sickel waren (DD. O. III. S. 658) der Meinung, daß der in D 240 vorliegende Text verfälscht sei, aber auf ein echtes Privileg Ottos III. für das Johanneskloster zurückgehe; Breßlau und zuletzt H. Appelt (Regg. Konr. II. Nr. 6) haben ebenfalls diese Ansicht vertreten. Hingegen hat H. Bloch (D. Dipl. Ottos III. für das Johanneskloster bei Lüttich. NA. 23, 145‒158), dem sich Schramm (Briefe Ottos III. AUF. 9, 95) angeschlossen hat, angenommen, daß es sich bei DO. III. 240 um eine zwischen 999‒1002 entstandene, inhaltlich infolge der inzwischen (997‒999) erfolgten Schenkung des Hofes Heerewarden (ebenfalls Deperditum; vgl. Reg. 1223/I) erweiterte Neuausfertigung der älteren, ebenfalls nicht erhaltenen Urkunde vom 9. April 997 (Deperditum, Reg. 1223) handelt. Als Verfasser dieses ersten Deperditums bezeichnet Bloch einen Lütticher Notar, der in der Kanzlei Heinrichs II. wiedererscheint (BA) und möglicherweise mit dem Bischof Adalbold von Utrecht identisch ist. Er habe schon 997 in der Kanzlei Ottos III. ausgeholfen. Intervenient war zweifellos Gerbert, der in der Neuausfertigung mit seinem Papstnamen erscheint. NU. ist DH. II. 99. Vgl. auch Kehr, Urkk. O. III. 217 Anm. 1; Schramm, w. o. 95 f. ‒ Infolgedessen kann die Neuausfertigung (D 240) erst nach der Erhebung Gerberts zum Papst (vgl. Reg. 1305 b), demnach ab 9. April 999 erfolgt sein. ‒ Heerewarden = in der Grafschaft Hare am Waal; Marsna = Meersen, nö. von Tiel am Waal, bei Heerewarden. Zu Casella = Kessel b. Tiel a. Waal. Vgl. Glöckner, Kassel, Stengel-Festschr. 495 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1306, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-01-09_1_0_2_3_0_985_1306
(Abgerufen am 28.06.2017).