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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto gewährt auf inständige Bitte seines getreuen Herzogs Heinrich und des Bischofs Christian zu seinem und seiner Eltern Seelenheil dem Bistum Passau das Recht, daselbst Markt und Münze zu errichten, und verleiht ihm Bann und Zoll, sowie die gesamte öffentliche Gewalt in und außerhalb der Stadt ohne Bestimmung einer Weichbildgrenze (qualiter nos ob remedium animę nostrae parentumque nostrorum et propter strenuam petitionem Heinrici ducis nostri fidelis, immo Christiani sanctae Batauiensis ęclesię venerabilis episcopi eidem sacrosanctae sedi ... concessimus ... eiusdem civitatis mercatum monetam bannum teloneum et totius publicę rei districtum, tali tenore ut predictus presul Christianus suique successores omnem publicam rem hactenus nobis in eadem civitate Batauiensi pertinenti habeat et firmiter infra civitatem et extra perpetualiter teneat sine omnium hominum contradictione). ‒ Heribertus canc. vice Uuilligisi archiep; verfaßt und geschrieben von Her. C., der zuerst das Blankett mit dem Monogramm mit rötlich brauner Tinte versehen, dann in einem Zuge mit anderer Tinte den gesamten Text ohne Signumzeile, die vermutlich vergessen wurde, ausgefertigt hat, ebenso den Mittelbalken und Vollziehungsstrich im Monogramm. Die Signumzeile wurde sehr gedrängt später eingefügt; MF., B. 1. ‒ „Si locis divino cultui mancipatis”.

Überlieferung/Literatur

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kaiserselekt Nr. 179 (A).

Staatsarchiv Wien, Reichsregister 1405 August 12 (B); Abschrift des 16. Jh. im Stadtarchiv zu Passau, Akten Nr. 2 (C).

Hund-Gewold, Metrop. Salisb. ed. 1 (München 1620) 363 Nr. 3; Mon. Boica 28 a, 274 Nr. 179; MG. DD. O. III. 733 f., Nr. 306.

Keutgen, VFU. 3, Nr. 4.

Hund, Metrop. Salisb. (1582), 125; Chmel, Regg. Ruperti 2041; Böhmer 829; Stumpf 1171.

Kommentar

Vgl. zur Entstehung der Urkunde Sickel in den Vorbemerkungen und Ficker Beitr. z. UL. II 122 u. 146. ‒ Die Echtheit ist im Gegensatz zu den anderen Passauer Urkunden vollkommen gesichert. Vgl. Jbb. O. III. Exkurs IX. Die Passauer Urkk. O. III. S. 476 ff. ‒ Die Verleihung des Districtus in dem gesamten Stadtgebiet, auch in der Stadtmitte, die bisher von der Immunität ausgenommen war, ist zweifellos auf das Vorbild der großen Stadtprivilegien in Oberitalien zurückzuführen, nur fehlt die Verleihung öffentlicher Gewalt innerhalb eines begrenzten Weichbildes, wie sie bei jenen erfolgt ist. ‒ Zu der Bedeutung des Diploms für die Entwicklung der Stadt vgl. Lahusen, Verfassung bairisch.-österr. Städte 19 f.; Heuwieser, Stadtrechtl. Entwicklung 47 ff.; Waas, Herrschaft u. Staat 81 f.; Planitz, Frühgesch. d. dtsch. Stadt 88; Dollinger, Classes rurales 60. ‒ Zur Intervention vgl. Schetter 92.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1300, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-01-03_1_0_2_3_0_962_1300
(Abgerufen am 19.08.2017).