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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Fahrt des Kaisers nach Süditalien. Er verläßt Rom und begibt sich über Cucuruzzo nahe dem Garigliano nach Capua, wo er spätestens gegen den 20. Februar eintrifft. Wahrscheinlich hat er entweder auf der Hinreise oder von Capua aus Gaeta und Montecassino, vielleicht auch Serperi, die Mönchssiedlung des Eremiten Nilus, bei Gaeta aufgesucht.

Überlieferung/Literatur

Vgl. D 309 Reg. 1303. ‒ Catal. com. Capuae. Cont. SS. rer. Langob. 501.

Kommentar

Das Itinerar des Kaisers ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Vgl. dazu Jbb. O. III. Exkurs XVII. D. Todestag Gregors V. u. d. Reiseweg Ottos III. auf der Wallfahrt zum Monte Gargano. S. 534 ff. ‒ In Capua hatten nach der Verschwörung von 993 Unruhen geherrscht, die den Grafen von Chieti und Marsia Anlaß zu Beutezügen boten. Der Missus des Kaisers, Markgr. Hugo von Tuszien, hatte die Ordnung wieder hergestellt, die Auslieferung der Mörder des Fürsten Landenulf und des Erzbischofs Aio (Reg. 1088 a) erlangt und den jüngeren Bruder Landenulfs, Laidolf als Fürsten eingesetzt (vgl. Falce, Ugo di Tuscia, 17 ff.; Regg. Nr. 21‒23, S. 105 f.; Pochettino, Langobardi, 395; Hartmann, Gesch. Italiens IV/1, 123 f.; Poupardin, Institutions polit. 11 ff.). Nach einigen Jahren war ein Streit mit dem Kloster Montecassino ausgebrochen, in dessen Verlauf die Capuaner Abt Manso in ihre Stadt gelockt und geblendet hatten (Leonis chron. c. 16, SS. 7, 639; Ann. Casin. SS. 3, 172). ‒ In Gaeta herrschte der Dux Johannes III., der Sohn des Dux Marinus mit seiner Gattin, der Ducissa und Senatrix Emilia, und seinem gleichnamigen Sohn, während der jüngere Dux in Fundi war. Vgl. Merores, Gaeta i. früh. M.Alt. (1911), 30f. ‒ Der Kaiser dürfte auch damals seinen Missus „Notticherius”, der als „Capellanus” und „gentis Lotheringorum” bezeichnet wird, also offenbar mit Bischof Notger von Lüttich identisch gewesen ist, mit der Wahrung seiner Rechte betraut haben (Reg. 1259 a). Im März und April fanden unter dessen Vorsitz zwei Gerichtsverhandlungen statt. Vgl. Regg. 1303 b, 1305 f.; Merores, Gaeta, 68; Kurth, Notger de Liege, 99f. ‒ Ob Otto auf der Hinreise zum Monte Gargano oder auf der Rückreise, wie der Verfasser der Vita S. Nili berichtet, nach Serperi gekommen ist, bleibt ungewiß, doch spricht gegen die Rückreise hauptsächlich der Umstand, daß der Kaiser infolge des Hinscheidens des Papstes (Reg. 1304 a) mit besonderer Eile die Fahrt nach Rom machen mußte und schwerlich Zeit gehabt hatte, Nilus in Serperi aufzusuchen. Bei dieser Unterredung hat der Kaiser versucht, Nilus zu bewegen, nach Rom zu kommen, doch lehnte dieser alle Anerbieten ab. Ex vita S. Nili c. 92, 93 SS. 4, 617 f. Vgl. Jbb. O. III. Exkurs XVII, w. o.; H. Schlumberger, L'épopée byzantine 409 ff.; Gay, L'Italie meridionale, 268 ff., 380f.; Sackur, Cluniacenser I. 329.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1302a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0999-01-00_1_0_2_3_0_965_1302a
(Abgerufen am 19.11.2017).