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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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In dem Streit um das Bistum Vich verfügt der Papst nach dem Urteil der anwesenden Bischöfe, sowie des Grafen Ermengaud von Urgel, des jüngeren Sohnes des Markgrafen Borell, und seiner Begleiter, ferner der Vertreter des römischen Senates und der Militia Romana, endlich der Langobarden und Deutschen auf Befehl des Kaisers die Anerkennung und Einsetzung des Bischofs Arnulf. Die Urkunde wird von Papst und Kaiser unterzeichnet.

Überlieferung/Literatur

Pontif. Roman. Diplomata Papyracea (Rom 1929), Tafel Xc; Kehr, Die ältesten Papsturkk. Spaniens. Abh. Berlin 1926 Nr. 2 S. 19 f. Tafel VII; Das Papsttum u. der katalan. Prinzipat. Ebd. Nr. 1 S. 15 f.; JL. 3888; Santifaller, Beschreibstoffe, 34, Nr. 17.

Kommentar

Die staatsrechtliche Bedeutung dieser Urkunde ist besonders hervorzuheben. Der Kaiser entscheidet im Sinn des Kaisertums Karls des Großen, aber auch als Vorkämpfer gegen die Ungläubigen in Angelegenheiten der spanischen Mark, die weit außerhalb seines Herrschaftsgebietes gelegen waren. Kehr (w. o.) erwägt die Möglichkeit, daß damals ein eigenes Privileg des Kaisers für das Bistum Vich ausgestellt wurde. ‒ Vgl. zu dem durch die eigenhändige Unterfertigung „Ego Otto Dei gratia Roman. imp. aug. subs.” besonders ausgezeichneten Privileg des Papstes noch Holtzmann, Kaiserzeit 351f.; Schlierer, Weltherrschaftsgedanke (1934) 72; Hauck, Kirchengesch. Dtschl. 3 3, 260, 267; Boye, Synoden Dtschl. u. Ital. (ZRG. Kan. 18, 265), der jedoch die Ansicht vertritt, daß Otto damals die Funktionen des Papstes übernommen habe. Das war jedoch nicht der Fall, obgleich die überragende Stellung des Kaisers („Domno imperatore iubente”) deutlich erkennbar wird. ‒ A. Jaksch, Der erste deutsche Papst Gregor V. Carinthia I. 117 (1927) 163. ‒ Außer Kaiser und Papst haben noch „Johannes prefectus et comes palatii atque dativus iudex”, sowie „Benedictus sancte Romane ecclesie archidiaconus qui deposuit Guadaldum, Johannes diaconus sancte ecclesie Romane qui Homo vocor”, ferner Notger von Lüttich, die beiden Kardinaldiakone Benedict und Johannes, sowie als letzter „Petrus abbas qui in sinodo, quod hoc privilegium narrat, resedi et subscripsi” die Urkunde unterschrieben. ‒ Zur Unterschrift des Abtes Petrus vgl. Kehr, Älteste Papsturkk. 19 f.; Boye, Synoden Deutschl. 283 u. Anm. 2. ‒ Guadaldus war der Invasor des Bistums, Johannes diaconus, qui Homo vocor”, der spätere Bischof von Labico (Tusculum). ‒ Über den Praefectus Johannes vgl. Regg. 1263, 1272 b, 1329 a, 1336. Über Borellus vgl. Reg. 1110 c u. Lettres de Gerbert No 70 (Havet) S. 67, No 112 S. 102f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1279c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-05-00_4_0_2_3_0_920_1279c
(Abgerufen am 22.01.2017).