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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Neubesetzung des Erzbistums Ravenna. Der Kaiser erhebt seinen Lehrer und Freund Gerbert von Aurillac zum Erzbischof von Ravenna. Gleichzeitig oder wenig später bestätigt er die Privilegien der Päpste Johanns XV. und Gregors V. und verfügt die Unterordnung des Bistums Reggio unter das Erzbistum.

Überlieferung/Literatur

Nach D 330 vom 27. Sept. 999, S. 758, Reg. 1328. ... corroboramus ... ea quę in nostri diadematis temporibus vel antea a Johanne papa seu a Gregorio papa ad ipsam ęclesiam sunt oblata et perpetualiter donata et a nobis confirmata, videlicet comitatum Feretanum cum episcopatu suo et cum monasterio sancti Salvatoris in ipso comitatu posito, comitatum Cęsenate cum castro vetere et novo et turribus ac omnibus sibi pertinentibus, comitatum Ficoclensem cum ripa et episcopatu suo, episcopatum Regiensem cum dono et consecratione, sicut nos ipsi ęclesię per preceptum nostrum in perpetuum confirmavimus et tradidimus ... Vgl. ferner das Privileg des Papstes, Reg. 1273 a.

Kommentar

Wahrscheinlich hat es schon eine ältere Bestätigung der Rechte Ravennas durch Otto III. gegeben. Das einzige Zeugnis dafür ist eine Notiz bei H. Rubeus (Historia Ravennatis, 1590, S. 812), nach der in dem Archiv zu Rom eine solche Urkunde aus dem Jahre 995 vorhanden gewesen sei. Vgl. dazu Ottenthal in d. Vorbemerkungen zu D 330, S. 758. Ob der frühere Erzbischof zurückgetreten oder gestorben ist, wissen wir nicht. Der Kaiser übergab dieses Erzbistum von entscheidender Bedeutung einem seiner ersten Ratgeber, dessen Treue er vollkommen vertraute, und erhöhte seine Stellung durch große Schenkungen in solchem Ausmaß, daß er in ihm eine sichere Stütze in seiner Auseinandersetzung mit der römischen Kirche erhoffen konnte (vgl. Reg. 1279 b). Der Papst, der zu dieser Zeit ganz von der militärischen Hilfe des Kaisers abhängig war, mußte dessen Wünsche erfüllen und dem neuen Erzbischof nicht nur das Pallium, sondern auch weitgehende Zugeständnisse gewähren. Vgl. dazu: M. Uhlirz, Ital. Kirchenpol. 296 ff.; Restitution des Exarchates, 12 ff.; Lair, Etudes, 257f.; Hartmann, Gesch. Italiens IV/1, 112 ff.; Buzzi, Ricerche per la stor. di Ravenna. ASP. 38 (1915) 178; Brandi, Ravenna u. Rom AUF. IX. (1926) 14f.; Schramm, Renovatio, 103 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1268, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-04-25_1_0_2_3_0_901_1268
(Abgerufen am 23.01.2017).