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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto bestätigt den Mönchen des Ambrosiusklosters zu Mailand, die unter schwerem Mangel leiden, auf ihre Bitte den Besitz und gewährt ihnen seinen Schutz. Der Strafsatz beträgt 1000 Pfund Goldes (... monachos cenobii sancti Ambrosii lamentantes nos adiisse, pro eo quod ex diversis partibus ventilati penuriae famem atque infortunia multa sustinerent. Unde ... suscepimus omnia quę ad partem sancti Ambrosii pertinent cenobii tam predia quam et famulos et universa quae ad se pertinent, sub tutela et defensione nostri mondburdi. Confirmamus igitur ... cortem de Pasiliano ... cortem de Monte cum castellis et capellis duabus, unam in honorem sancti Eusebii dicatam, alteram in honorem sancti Uigilii confessoris et cum rupibus et vallibus piscationibus ... Confirmamus insuper cortem Lemonte predicto monasterio sicuti divae memoriae Lotharius rex per preceptum statuit suum, confirmamus rursus corticellam villa quae dicitur Alba ... et duo mansa in Quarto, ... item quae in Cauennaco et in Uerederio omnia pertinent ad partem supradicti monasterii ... insuper cortem de Oleducto ...). ‒ Heribertus canc. vice Petri Cumani episc.; trotz des Fehlens der Datierung kann gleichzeitige Entstehung mit der vorhergehenden Urkunde (Nr. 265) angenommen werden. Denn von demselben Notar, der D 265 (Reg. 1249) verfaßt und mundiert hat, stammt auch der Text von D 266. Er hat ferner diese zweite Urkunde einschließlich der Signumzeile geschrieben, während Rekognition und „Data” von HK stammen, der es jedoch übersehen hat, die Datierung einzutragen; MF., SI. D. ‒ „Si (ratam) petitionem famulorum dei”.

Überlieferung/Literatur

Archivio di Stato zu Mailand (A).

Abschrift d. 17. Jh.? in Privil. et diplom. ... exemplum p. 48 im Archivio di S. Ambrogio, ebd.

Puricelli, Ambros. monast. mon. (1645) 313 (aus A zu 998); MG. DD. O. III. 683 f., Nr. 266.

Stumpf 1289.

Kommentar

DD. 265 und 266 beziehen sich zweifellos auf dieselbe Handlung des Königs; in beiden Fällen haben wir es mit einem Empfängerdiktat zu tun; während jedoch in D 265 eine Beteiligung der Kanzlei überhaupt nicht zu erweisen und das Siegel an ungewöhnlicher Stelle ‒ mitten in der Rekognition ‒ angebracht ist, fehlt zwar bei D 266 die Besiegelung, doch sind die letzten Zeilen von HK, einem Mitglied der Kanzlei geschrieben worden. Das Verhältnis beider Stücke zueinander ist unklar, sicher ist, daß ihr Inhalt keine Fälschungsabsichten erkennen läßt. D 265 erweckt den Eindruck eines Empfängerentwurfes, der durch die ausschließliche Hervorhebung des „montem compascuum qui dicitur Belasinus”, also des Gebietes um Bellagio charakterisiert wird, während D 266 zwar auch den „cortem de Monte cum castellis et capellis duabus (vgl. auch D Lothars Nr. 64) ‒ es dürfte sich her ebenfalls um das Gebiet um Bellagio handeln ‒ nennt, aber auch die übrigen Besitzungen des Klosters anführt, somit die Güterliste bedeutend erweitert. ‒ Pasiliano = wird als Basiano b. Mailand gedeutet? oder nach Darmstädter, Reichsgut 256, s. Casale a. Po?; Alba = Albate, sö. v. Como; Quarto = Quarto Cagnino, Prov. Mailand b. Bollate?; Cauennaco = Cavenago d'Adda, Prov. Mailand b. Lodi; Verederio = Verderio, Prov. Como bei Lecco?; Oleducto = Olate b. Lecco? ‒ Zu beachten ist die Verschiedenheit des Strafsatzes, der von 100 Pfund Goldes in der ersten Urkunde hier auf 1000 gesteigert wird. ‒ DD. 265 und 266 haben mit D 236 und DO. I. 138 als Vorlage für DH. II. 95 gedient. ‒ Die Vorurkunde über die Schenkung des Hofes Lemonte durch Lothar ist nicht erhalten.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1250, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0998-01-00_1_0_2_3_0_858_1250
(Abgerufen am 22.07.2017).