Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

Sie sehen den Datensatz 852 von insgesamt 1375.

Otto bestätigt auf Bitte Herzog Hugos von Tuszien dem von diesem gegründeten Kloster des hl. Januarius zu Capolona den Besitz (quod ... propter ducis nostri Hugonis petitionem monasterio quod ipse a fundamento construere fecit ad honorem Christi martiris Januarii ... seraenitatis nostrae expetisse suffragium, quatenus superno respectu quasdam curtes et castella et turres ... id est Castellionem qui dicitur Clusino sito iuxta lacum Perusinum cum Castro quod vocatur Montesporelli cum curticella quae dicitur Tiuiano ... per hanc nostri edicti preceptalem paginam perpetuo habenda censemus ... atque firmamus ...). ‒ Heribertus canc. vice Petri Cumani episc.; vermutlich von Her. C verfaßt; M., „Inter curas et sollicitudines”.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Abschrift des 17. Jh. im Cod. Strozzianus, FF 1228 (jetzt Cod. Magl. XXXVII., 299) p. 136, Nationalbibliothek zu Florenz (B); Abschrift d. 17. bis 18. Jh. in d. Biblioteca publica zu Lucca, Cod. 1253 (C).

Puccinelli, Historia di Vgo principe della Toscana (1643) 111 (aus B); Puccinelli, Cronica dell'abbadia di Fiorenza (1664) 232, Nr. 36 (aus B); MG. DD. O. III. 680 f., Nr. 263; Pasqui, Documenti di Arezza I. 118 f., Nr. 84.

Stumpf 1130; Falce, Ugo di Tuscia, App. VII, Nr. 48, vgl. auch S. 151 ff. Nr. 61.

Kommentar

Die Überlieferung der Urkunde ist sehr schlecht. Dem Bearbeiter der MG. Tangl lagen nur die beiden, nicht vollkommen übereinstimmenden Drucke Puccinellis vor, die auf eine damals verschollene Abschrift Strozzis, des Begründers des Collegio Gregoriano und der Biblioteca Aniciona, zurückgehen. Inzwischen wurde der Codex Strozzianus aufgefunden, so daß der fehlerhafte Druck nach Puccinelli verbessert werden kann. Trotz dieses Fundes ist der Zeitpunkt des Entstehens der Urkunde nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Kehr (Urkk. O. III., 140 Anm. 3) hat schon darauf hingewiesen, daß die Formeln „superna favente clementia” und „caesaris invictissimi” oder „invicti” von dem Notar Her. C erst ab Frühjahr 999 gebraucht wurden, und war dafür, „Tridentine” in „Tudertine” zu ändern und D 263 zu dem 13. Dezember dieses Jahres einzureihen. Tangl (DD. O. III. S. 680) hat einen Ausweg darin gefunden, daß er die Urkunde für eine spätere Ausfertigung hält, die vielleicht erst kurz vor dem Tod Ottos III. Ende 1001 oder Anfang 1002 entstanden sei. Her. C habe jedoch aus der Vorurkunde vom 13. Dezember 997 die Daten, wahrscheinlich Teile des Kontextes und vor allem die sehr persönlich gehaltene Arenga, deren Anfang „Inter curas et sollicitudines quas pro nostrorum dispositione ac tranquillitate regnorum instantissime patimur” auf den Beginn des zweiten Romzuges hinweist, übernommen (vgl. zur Arenga Bögl, Königtum, 23). ‒ Nach Tangl ist der Kaiser daher über den Brenner gezogen, während Kehr sich für die Fahrt über einen der Bündner Pässe entscheidet (Reg. 1246 g). Das ist jedoch ausgeschlossen, da der Kaiser ein sehr bedeutendes Heer mit sich führte, dessen Anmarsch zu dieser Jahreszeit nur über den Brenner erfolgen konnte. Da der Inhalt der Urkunde keineswegs irgendwelche Andeutungen enthält, die auf eine spätere Entstehungszeit hinweisen, werden wir doch auch die Möglichkeit erwägen müssen, daß Her. C, der als Einziger unter den Notaren die Formeln „superna favente ... ” und „caesaris invicti” ab Ende März ohne jeden äußeren Anlaß zwar vorherrschend, aber nicht ausnahmslos verwendet, eben in D 263 den ersten Versuch damit gemacht hat, der vielleicht zunächst keinen Beifall gefunden hat. ‒ Das Kloster zu Capolona bei Arezzo hatte Markgraf Hugo mit seiner Gattin Judith gestiftet. Vgl. Falce, Ugo di Tuszia, 133, Nr. 47 und über die Schenkungen 151 ff. Nr. 61. ‒ Castellione qui dicitur Clusino = Castiglione del lago, nahe dem Trasimenischen See?; Montesporelli = Montesperello bei Magione (Perugia); Tiviano = unbestimmbar, bei Arezzo. ‒ Die „poena pecuniaria” beträgt 100 Pfund Gold. ‒ Nachurkunden sind DK. II. 63, sowie dessen kaiserliche Wiederholung DK. II. 86 und DH. III. 181.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1247, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-12-13_1_0_2_3_0_852_1247
(Abgerufen am 17.12.2017).