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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Nachdem der Kaiser vielleicht schon im Sommer durch Boten des Herzogs Boleslaw Nachricht erhalten hatte, daß sein Freund, Bischof Adalbert von Prag den Märtyrertod erlitten habe, wird ihm jetzt in Aachen eingehend Bericht erstattet und zwar wahrscheinlich durch den zweiten Begleiter Adalberts auf der Fahrt zu den Preußen, den Mönch Benedikt (poln. Bugussa), der mit Gaudentius, dem Halbbruder Adalberts, Zeuge des Martyriums gewesen war. Er kann dem Kaiser vielleicht auch schon die Auffindung des Hauptes Adalberts schildern und auf die Bemühungen Herzog Boleslaws hinweisen, den Leichnam des Märtyrers in seinen Besitz zu bringen. Dieser wird zuerst in der kleinen Mönchsiedlung Tremessen a. d. Warthe, dann in Gnesen selbst beigesetzt. Sofort ist Otto entschlossen, die Heiligsprechung seines Freundes zu betreiben und dessen Andenken durch die Stiftung von Kirchen und durch die Abfassung einer Dichtung zu ehren, Die erste kirchliche Gründung ist das Adalbertstift in Aachen (vgl. Reg. 1239). Benedikt wurde entweder selbst mit der Abfassung einer Passio Adalberti betraut, oder er, der Zeuge des Martyriums war, mußte einem anderen, gewandteren Schriftsteller den nötigen Stoff dazu liefern. Der Kaiser hat sich selbst an diesem Werk beteiligt.

Überlieferung/Literatur

Vgl. Chron. imper. et pontif. Bavaricum, SS. 24, 224: Adelbertus ... martirio coronatus est et a Polonis in Stremesnam translatus. ‒ Ferner Translatio SS. Abundii et Abundantii. SS. 4, 576, A 21: nec non ortum eius actus et passionem mira arte composuit et in libello scribi fecit. ‒ Thietmar chron. IV c. 28, S. 167: condignas Deo supplex retulit odas. ‒ Vgl. dazu M. Uhlirz, Vorarbeiten II. Die älteste Lebensbeschreibung des hl. Adalbert. 80 f.

Kommentar

Vermutlich hat der Kaiser schon damals den Plan gefaßt, den kostbaren Reliquienschatz zu erwerben. Vgl. Reg. 1349 d; Jbb. O. III. Exkurse XVIII. Die Vorbereitung der Fahrt nach Gnesen, 538 ff. und XX. Die Zusammenkunft in Gnesen und die Frage der Erhebung Herzog Boleslaws von Polen zum Patricius, 549 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1238a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-10-00_1_0_2_3_0_835_1238a
(Abgerufen am 23.01.2017).