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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Erzbischof Gisilher von Magdeburg, dem von dem Kaiser gegen Mitte Juni die Befehlsgewalt in Arneburg für vier Wochen anvertraut worden war (Reg. 1226 c) läßt sich durch die Anführer der Liutizen unter dem Vorwand, über den Abschluß eines Friedens verhandeln zu wollen, in einen Hinterhalt locken. Er reitet mit wenigen Begleitern, nachdem er eine Vorhut vorausgeschickt hat, zu dem bezeichneten Platz, wird überfallen, kann jedoch entfliehen und kehrt nach Arneburg zurück. Aber die Vorhut und ein großer Teil seiner Begleitung werden von den Liutizen niedergemacht.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV c. 38, S. 174: Imperator ob defensionem patriae Harnaburg civitatem opere muniens necessario, eam IIII ebdomadas ad tuendum huic commisit. Qui fraude ignota ad placitum a Sclavis vocatus cum parva multitudine exiit. Alii namque precesserunt, et quosdam in urbe reliquit. Ecce autem, unus e consociis eiusdem a silva erumpere hostes prodidit. Congredientibus vero tunc ex utraque parte militibus, archiantistes, qui curru venit, equo fugit aláto, ex suis mortem evadentibus paucis. Sclavi victores preda interfectorum VI. Nonas Julii sine periculo pociuntur et archiepiscopum sie elabisse conqueruntur. ‒ Das gleiche Datum für den Überfall, dessen Opfer hauptsächlich Magdeburger Vasallen waren, bringt das Magdeburger Totenbuch, 262: VI. non. jul. Obitus militum s. Mauricii qui occisi sunt in Arnaburg.

Kommentar

Obgleich der Ort des Überfalls sich nahe von Arneburg befand und die Liutizen noch am gleichen Tag hätten den Ort erreichen können, ist nach dem Bericht Thietmars der Angriff erst nach einiger Zeit erfolgt. Vgl. Reg. 1230 c.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1229d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-07-02_1_0_2_3_0_816_1229d
(Abgerufen am 17.01.2017).