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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Der Kaiser, der ein größeres Heer mit sich führt, sammelt die Aufgebote aus den östlichen und südöstlichen Gauen Sachsens und zieht mit ihnen Ende des Monats über Magdeburg gegen Norden. Beginn des Feldzuges gegen die Liutizen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Quedlinb. SS. 3, 73; Thietmar IV c. 29, S. 167.

Kommentar

Vgl. dazu L. Giesebrecht, Wend. Geschichten I., 296 ff.; Böhmer, Gisilher. 66 ff.; Artler, Streitkräfte, 28 ff.; Füllner, Deutschslav. Auseinandersetzung, 11; Kretschmann, Zusammensetzung d. Streitkräfte, 51, 79; Lukas, Deutsche Politik, 62 ff.; Lubenow, Slavenkriege, 28 f. ‒ Zu den Liutizenkämpfen vgl. K. Schünemann, Dtsch. Kriegführung i. Osten, DA. 2 (1938) 74f., 77 ff.; Unverzagt, Burgenbau d. Liutizen. Schuchardtfestschrift (1940); Brackmann, Wikinger, Abh. d. preuß. Akad., phil.-hist. 76 (1943) 33 ff. ‒ Bei dem Feldzug handelt es sich um ein wohlvorbereitetes und schon seit längerer Zeit geplantes Unternehmen, dessen Durchführung notwendig war, sonst hätte ihm der Kaiser nicht den Vorrang gegenüber dem von dem Papst dringend geforderten Romzug gegeben. Die Nachrichten Adams v. Bremen (Gesta Hammab. II. schol. 27) und Helmolds Slavenchronik (I. c. 16), daß Mistui den Krieg angezettelt habe, auf denen Giesebrecht (s. o.) seine Darstellung aufbaut, sind nicht glaubhaft. Der Kaiser und seine Ratgeber waren schon Ende 996 entschlossen, den beständigen Überfällen der Elbslaven ein Ende zu setzen und haben dementsprechend ihre Vorbereitungen getroffen. ‒ Schramm (Briefe Gerberts, 101) vermutet, daß Otto nach Merseburg gekommen sei, um mit Herzog Boleslaw von Polen zusammenzutreffen. Dieser war jedoch gerade zu dieser Zeit mit der Einholung des Leichnams Adalberts von Prag beschäftigt. Vgl. Reg. 1225 a. ‒ Zur Chronologie der Ereignisse während des Slavenfeldzuges vgl.: Sickel, Erläut., 422 ff.; Kehr, Urkk. Ottos III., 246 ff. ‒ Schramm (Briefe Ottos, 100f.) hat angenommen, daß sich alle Vorgänge, auch der spätere Einfall der Liutizen im Bardengau (Reg. 1235 a), schon im Juni und Juli abgespielt hätten. Aber die Zeitangaben, die uns urkundliche und erzählende Quellen übermitteln: Aufenthalt Ottos in Arneburg (5. bis 13. Juni), Überfall der Liutizen auf Gisilher (2. Juli), Preisgabe Arneburgs (einige Tage später), Rückkehr Ottos vom Slavenfeldzug (am 20. August) nach Leitzkau und von dort über Köln nach Aachen (29. September) bieten doch ein sicheres Gerüst, in das wir die anderen Nachrichten einfügen können. ‒ Über Merseburgs Bedeutung vgl. Geppert, Burgen b. Thietmar, Thüring. sächs. Zs. f. G. 16 (1927) 190 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1226a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-05-00_1_0_2_3_0_807_1226a
(Abgerufen am 17.01.2017).