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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Märtyrertod Adalberts von Prag. Er war auf dem ihm von Herzog Boleslaw von Polen zur Verfügung gestellten Schiff nach „Gyddancze” (Danzig) gelangt, wo er predigte und viele Heiden taufte. Dann war er noch weiter bis zu einer Insel, die der gekrümmte Lauf eines Flusses umgab, gefahren; er sandte die polnische Mannschaft und seine Gefährten zu Boleslaw zurück und blieb mit Gaudentius und Benedikt allein unter den feindlichen Bewohnern des Landes, denen gegenüber er sich als Slave und Verkünder des Christentums bekannte. Trotzdem wiesen sie ihn zurück. Adalbert faßte jetzt den Entschluß, an die Elbe zu ziehen und seine Missionstätigkeit zu den Liutizen zu verlegen. Aber am Morgen des 23. April werden die drei Männer von den heidnischen Bewohnern des Landes überfallen und einer ihrer Priester, Sicco, schleudert den ersten Speer gegen Adalbert, der, von sieben Stichen durchbohrt, tot zu Boden sinkt. Seine beiden Gefährten werden gefesselt und müssen zusehen, wie das Haupt des Toten vom Körper getrennt und auf einen Pfahl gesteckt wird. Den Körper versenken die Feinde in die Gewässer, dann eilen sie davon und führen die beiden Gefangenen mit sich.

Überlieferung/Literatur

Lobgedicht c. 30, V. 1060 ff. ‒ Römische Vita (Canaparius) c. 30. SS. 4, 594 f. ‒ Brun von Querfurt, Vita s. Adalb. c. 30‒32, SS. 4, 611 ff.; Vita quinque fratrum c. 11 ff. SS. 15, 709; Passio s. Adalberti c. 2, ib. 706 f.; Cosmae Chron. Boem. I. c. 31 (Bretholz) 55 f.; Thietmar IV c. 28, S. 165; Ann. Quedlinb. SS. 3, 73; Ann. Prag. ib. 119; Ann. S. Rudb. Salisb. SS. 9, 772 (ad a. 996); Ann. s. Pauli Virdun. SS. 16, 500; Ann. Ottenbur. SS. 5, 3; Ann. Wirzib. SS. 2, 242 (ad a. 995); Chron. reg. Colon. 32 (ad a. 994); Gesta epp. Halberstad. SS. 23, 89; Gesta archiepp. Magdeb. SS. 14, 390; Ekkeh. Chron. Wirzib. SS. 6, 29; Ekkeh. Chron. univ. SS. 6, 191 (ad a. 994); Auct. Garst. SS. 9, 566 (ad a. 986); Ann. Admunt. SS. 9, 574; Ann. Poson. SS. 19, 571; Ann. Polon. ib. 618 f.; Ann. capit. Posnaniensis SS. 29, 438; Ann. Kamenz. SS. 19, 581; Fund. mon. Brunwilar. SS. 14, 131; Ex vita Stanislai minore c. 19, SS. 29, 504; Galli anonymi chron. I c. 6 (SS. rer. Polon. 1) 11 Martini Oppav. chron. SS. 22, 465; Bernoldi chron. necrol. SS. 5, 392; Ann. Sandivogii SS. 29, 581; Ann. Heinrichow. SS. 19, 547; Necrol. Merseb. 232; Necrol. Magdeb. 262; Rodulfus Glaber I. c. 10 (Prou) 12 f.; Legenda s. Stephani reg. maior c. 5. SS. rer. Hung. II. 381; Leg. S. Steph. reg. auctore Hartvico. ib. 407.

Kommentar

Zu dem Datum des Todes vgl. B. Bretholz, Studien zu Cosmas von Prag. NA. 24 (1909) 655; Juritsch, Beiträge z. böhm. Gesch., 48 f., Anm. 10. ‒ Über den Ort des Martyriums vgl. H. G. Voigt, Der Missionsversuch Adalberts v. Prag in Preußen. Ostpreuß. Monatsschrift 28 (1901) = südliches Samland an der Pregelmündung; R. Hennig, Die Missionsfahrt d. hl. Adalbert im Preußenland. Forsch, z. Preuß. u. Brandenb. Gesch., 47 (1935) 135‒148 = Marienburger Werder in der Nähe von Tiegenhof. ‒ Über die Persönlichkeit Adalberts vgl. Hauck, Kg. Dtschl. III3 (1920) 243 ff.; H. G. Voigt, Adalbert v. Prag, 1898; Köhler, Bild des geistl. Fürsten, 27 f.; Kleinpaul. Personenschilderung, 22 ff., 32 f.; M. Uhlirz, Vorarbeiten II. Die älteste Lebensbeschreib. d. hl. Adalbert. 62 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1225a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0997-04-23_1_0_2_3_0_803_1225a
(Abgerufen am 18.11.2017).