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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Bischof Adalbert von Prag, der sich Ende Oktober von Mainz aus (vgl. Reg. 1210 a) auf eine Wallfahrt zu den französischen Klöstern nach Paris, Tours, Fleury und St. Maure an der Loire begeben hatte, kehrt wieder in die Umgebung des Kaisers zurück. Es ist möglich, daß ihn hier die Nachricht von der Ausrottung seiner gesamten Familie, des Fürstenhauses der Slavnikinger, erreicht, deren Mitglieder mit Ausnahme seines ältesten Bruders Sobebor, der in polnischen Diensten steht, und seines Halbbruders Gaudentius, seines Begleiters, ermordet worden sind. Jedenfalls bestärken ihn diese Vorgänge in seiner Absicht, nicht mehr nach Prag zurückzukehren, sondern sich der Missionstätigkeit zu widmen. Vielleicht trifft auch jetzt die Absage der Prager Bevölkerung ein, die seine Rückkehr ablehnt, so daß er sich frei von allen Verpflichtungen fühlt.

Überlieferung/Literatur

Vgl. Lobgedicht c. 26, v. 892 ff. FF. rer. Bohem. II., 329; Römische Vita (Canaparius) c. 25. SS. 4, 592 f.; Vita des Brun v. Querfurt, c. 21. Ib. 606 f.; Ann. Prag. SS. 3, 119 (ad a. 995); Cosmas, Chron. Boem. I. c. 29; Mon. Sazaw. SS. 9, 149.

Kommentar

Vgl. dazu Voigt, Adalbert, 252f.; Loserth, Sturz d. Hauses Slavnik. AÖG. 65 (1883), 28 ff.; Bretholz, Christiansfrage. Zs. Gesch. Mährens u. Schles. 10 (1906), 31 ff.; Juritsch, Beitr. z. böhm. Gesch. Quell. u. Forsch. V. (1928) 46 ff.; Naegle, Kirchengesch. Böhmens I/2, 376 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1217a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-12-00_1_0_2_3_0_773_1217a
(Abgerufen am 24.03.2017).