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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt zu seinem und seiner Eltern Seelenheil in Anerkennung der oftmaligen ergebenen Dienste seines Getreuen, des Bischofs Heinrich von Würzburg dem zu gründenden Kloster St. Kilianszelle (Neumünster) seinen Ort Rossla in (Thüringen) in der Grafschaft Wilhelms gelegen, für den Unterhalt der Mönche (quomodo nos ob remedium animae nostrae parentumque nostrorum nec non ob frequens et devotum servitium nostri fidelis Vuirziburgensis ecclesiae venerabilis episcopi Heinrici dedimus quendam nostrae proprietatis locum Rosla dictum ad monasterium sancti Kyliani cella vocitatum atque eundem locum in pago ‒ ‒ (Lücke) ‒ ‒ et in comitatu Vuillihelmi comitis situm ... in proprium tradidimus, eo videlicet tenore ut ob remedium animae piissimi genitoris nostri scilicet divę memoriae Ottonis imperatoris augusti matrisque nostrae Theophanu serenissimę imperatricis monasterium monachorum in honore sanct ‒ ‒ (Lücke) ‒ ‒ construatur et ut hoc ipsum praedium in utilitatem monachorum inibi deo die ac nocte incessabiliter deservientium convertatur). ‒ Hildibaldus episc. et canc. vice Uuilligisi archiep.; Blankett mit erster Zeile und Eschatokoll von der Hand des HF, der auch den Kontext nachgetragen hat; MF., SI. 3. „Cunctis fidelibus nostris praesentibus”.

Überlieferung/Literatur

Bayerisches Hauptstaatsarchiv zu München, KS. Nr. 176 (A).

Staatsarchiv zu Würzburg, Stdb. 2, 62‒63; 272, f. 76‒76' (Liber albus d. J. 1278).

Mon. Boica 28 a (1829) 269, Nr. 176; MG. DD. O. III. 644 f., Nr. 229.

Erben, Cod. dipl. Bohemiae I, 36, Nr. 83.

Stumpf-Brentano, Würzb. Immunitätsurkk. Taf. II.

Fries in Ludewig, Wirtzb. Geschichtsschr. (1713) 446; Böhmer 783; Stumpf 1094; Dobenecker 575.

Kommentar

Die Datierung dieser Urkunde hat Anlaß zu langwierigen Auseinandersetzungen gegeben, da Sickel, (Erläut. III, 377 ff. 395 f.), gestützt auf seine Ansicht, daß der Kaiser im Herbst von Pavia nach Verona gezogen sei (vgl. Reg. 1208 a), und daher unmöglich am 15. September in Ingelheim hätte urkunden können, uneinheitliche Datierung angenommen und die Handlung in das Jahr 995, die Beurkundung in das Jahr 996 verlegt hat. Kehr (Urkk. O. III. 229 f.) hatte hingegen, da Foltz unter „actum Ingilenheim” ein verwischtes „Argentina” vermutet hatte, angenommen, daß Otto in der Tat am 15. September in Straßburg gewesen sei. Erben (Exkurse III, 561) hatte sich der Ansicht Sickels angeschlossen und hervorgehoben, daß das Diktat von D 229 auf die Schreibweise des HF vom J. 985 hinweise; später hat er für diese Urkunde die Anwendung des Lichtbildverfahrens verlangt (NA. 46, 25). Aber weder das Original noch die Photokopie (nach freundlicher Mitteilung von Prof. E. Stengel) lassen erkennen, daß die Ortsbezeichnung ursprünglich „Argentina” gelautet habe. So werden wir uns mit der Datierung, wie sie D 229 bietet, abfinden müssen. Eine Stütze erfährt diese Ansicht durch die Datierung des Spuriums D 432 für das Bistum Würzburg das auf eine echte, nicht erhaltene Immunitätsverleihung Ottos III. zurückgeht und aus dieser Vorlage das Datum „Ingelheim 15. September 996” übernommen hat. Da nach unserer Untersuchung des Itinerars (vgl. Reg. 1208 a, Jbb. O. III., Exkurs XII) ein Herbstaufenthalt des Kaisers in Verona nicht in Frage kommt, er sich vielmehr bald nach dem 6. August von Pavia über Como und einen der Bündnerpässe nach Deutschland begeben hat, konnte er ohne jede Schwierigkeit vor dem 15. September Ingelheim erreicht haben, so daß keine Notwendigkeit besteht, die Datierung von D 229 anzuzweifeln. ‒ Zu dem Inhalt der Schenkung, die dem Bistum Würzburg zugute kam, vgl. Beck, Würzburg in Stud. u. Vorarb. zur Germ. pontif. III, 124. ‒ Der Ort Roßla liegt inmitten des alten liudolfingischen Hausgutes, westl. von Wallhausen bei Tilleda. Vgl. Eggers, königl. Grundbesitz, 39. ‒ Wilhelm Graf von Weimar, dessen Vater im deutschen Thronstreit 984 ein Anhänger Heinrichs des Zänkers war (Reg. 956 m/2), verwaltete mehrere Grafschaften im Helmegau und Visichgau und war der mächtigste Graf in Thüringen. Vgl. über ihn Kloß, Grafschaftsgerüst, 59f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1209, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-09-15_1_0_2_3_0_752_1209
(Abgerufen am 21.09.2017).