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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto nimmt auf Bitten des mit besonderer Auszeichnung genannten Markgrafen Hugo die Kanoniker der Kirche von Pisa, die namentlich angeführt werden, in seinen Schutz und gewährt ihnen die Bestätigung ihres gesamten Besitzes. Er untersagt dem Bischof jede Beeinträchtigung der Tätigkeit der Kanoniker, ebenso verbietet er den weltlichen oder geistlichen Personen einen Eingriff in ihre Rechte (qualiter nos ob interventum strenuissimi marchionis Hugonis nostrique dilectissimi fidelis per hanc nostram preceptalem paginam recepisse quosdam canonicos sancte Pisane aecclesiae ... in nostra tuicione ac defensio ... : nomina denique illorum Berizonem archipresbyterum, Albericum archidiaconum, Johannem presbyterum atque primicerium, Petrum levitam seu cantorem simulque presbyterum Albizonem nec non Andream atque Lunizonem ac Ursonem simulque Bonizonem seu ..., insuper alium Petrum presbyterum nec non Martinum atque Petrum, Alpheum simulque Stefanum, Adelbertum scilicet presbyterum, Widonem clericum simulque Petrum diaconum, Leonem diaconum atque Dominicum seu Johannem ‒ hos denique predictos canonicos ... nostra recepimus sub tuictione ac etiam omnium illorum proprietatem per nostram confirmavimus preceptalem auctoritatem ... nec liceat prefatę sedis episcopum qui nunc vel pro tempore fuerit, in eadem canonica canonicos augere nec minuere ... vel aliquam molestiam ... inferre ... Precipientes igitur iubemus ut nullus dux marchio episcopus comes ... audeat ... aliquam inferre molestationem). ‒ Das Original ist in schwer beschädigtem Zustand erhalten, der untere Teil ist abgerissen, Signumzeile, Datierung und Siegel sind verlorengegangen, doch gestattet der noch erkennbare Siegelabdruck den Schluß, daß diese Urkunde vor dem Frühjahr 998 entstanden ist. Sie wurde von einem schon bei D 218 nachweisbaren (vgl. Reg. 1198) Notar mundiert; MF., SI. D. „Noverit omnium sancte dei aeccelsiae”.

Überlieferung/Literatur

Staatsarchiv zu Pisa (A).‒ Rieger in Forsch, z. dtsch. Gesch. 13 (1874) 606, Nr. 3 (aus A); MG. DD. O. III. 637 f., Nr. 224.

Stumpf 1295 a.

Kommentar

Die Einreihung nach D 218, das von derselben Hand geschrieben wurde, scheint mir wahrscheinlicher zu sein als die von Sickel-Laschitzer gegebene, die Handlung und Ausfertigung in die Zeit des Aufenthaltes Ottos in Pavia verlegen. Es ist aber naheliegend, daß die Kanoniker von Pisa den Vorbeimarsch des kaiserlichen Zuges an der Via Francigena benutzten, um die Erfüllung ihrer Wünsche zu erreichen. Markgraf Hugo befand sich im Gefolge des Kaisers und hatte eben mit ihm der Weihe der von ihm gegründeten Kirche in St. Thomae bei Pistoja beigewohnt. Es besteht daher die Wahrscheinlichkeit seiner Intervention zugunsten der Kanoniker auch zu einem früheren Zeitpunkt, als Sickel-Laschitzer, hauptsächlich gestützt auf die gleichartige Anführung Hugos als Intervenienten angenommen haben. ‒ Hervorzuheben ist das betont gegen den Bischof von Pisa Raimbertus (Schwartz, Bistümer Reichsitaliens, 216) gerichtete Verbot, die Kanoniker in ihren Rechten zu stören.

Nachträge (1)

Nachtrag von Prof. Horst Enzensberger, eingereicht am 18.09.2015.

Vom Online-Inventar des Archivio di Stato Pisa auf SIAS kann durch Anklicken der Lupe links unter dem Randmenü eine Abbildung eingesehen werden. Hier online.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1200, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-07-00_1_0_2_3_0_738_1200
(Abgerufen am 21.09.2017).