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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto gestattet zu seinem und seiner Eltern Seelenheil dem Bischof Gotschalk von Freising mit Zustimmung und auf Bat Papst Gregors V., sowie aller anwesenden Bischöfe und Laien der Römer, Franken, Bayern, Sachsen, Elsässer, Schwaben und Lothringer daselbst einen täglichen Markt mit Regensburger Münze zu errichten, weist den Ertrag dem Bistum zu und sichert unter Androhung des Königsbannes den ungestörten Besuch dieses Marktes (qualiter nos consensu et consilio episcoporum atque laicorum astantium, ipsius quoque summi apostolici Gregorii, Romanorum, Francorum, Baioariorum, Saxonum, Alsatiensium, Sueuorum, Lotharingorum ob remedium animae nostrae nostrorumque parentum nec non et interventum ac peticionem Gotescalchi Frigisingensis aecclesie episcopi talem utilitatem ac tantum honorem, id est mercatum omne die legitimum monetam Radasponensem in loco Frigisinga dicto imperiali potentia construi et adprime incoeptari concessimus; theloneum autem nos exinde respicientem super gremium sanctae dei genitricis Mariae sanctique Corbiniani pro salute corporis nostri et anime perpetualiter inibi consistendum potestative tradidimus et omnibus quidem eundem mercatum inquirentibus pacificum aditum ac reditum nostri imperialis banni districtione firmiter sancimus ...). ‒ Hildibaldus canc. vice Uuilligisi archiep.; nach der Vorlage D 170 von einem fremden Notar, der zweifellos der Begleitung des Bischofs angehört hat, verfaßt und geschrieben; MF., SI. 3. „Noverit omnium fidelium nostrorum”.

Überlieferung/Literatur

Bayerisches Hauptstaatsarchiv zu München, KS. Nr. 174 (A).

Kopialbuch des Hochstiftes Freising f. 11'-12'. Ebd. Hochst. Fr. 4 (B).‒ Hund-Gewold, Metrop. Salisb. ed. Mon. 1 (1620) 139; Mon. Boica, 28 a, 265, Nr. 174; MG. DD. O. III. 605 f., Nr. 197; Keutgen, Verfassungsurkk. 30, Nr. 49 (Auszug).

Böhmer 767; Stumpf 1067; Wauters, Table chron. VII. Suppl. S. 109.

Kommentar

Zu dem Gebrauch des Kaisertitels „Otto divina favente clementia imperator” vgl. Kehr, Urkk. O. III. 125 f.; Treitinger, Oström. Kaiseridee (1938) 191. ‒ Der Datierungsvermerk „die imperialis consecrationis eius tertio”, von dem Sickel (Erläut. 370f.) angenommen hatte, daß er auf einem Verstoß des Schreibers beruhe, ist zweifellos wörtlich „am dritten Tag der Kaiserkrönung” zu verstehen und bietet ein sehr wertvolles Zeugnis dafür, daß die Krönungsfeierlichkeiten sich auf mehrere Tage erstreckten. Die Verfügung des Kaisers war keinesfalls Gegenstand der Verhandlungen auf der Krönungssynode gewesen, vielmehr hatte Bischof Gotschalk offenbar Wert daraufgelegt, daß der kaiserliche Gunstbeweis in besonders auszeichnender Form erfolge und die Massenbeteiligung der anwesenden Kirchenfürsten erkennen lasse. Nach dem Schluß der Synode wurde eine gleichlautende Verfügung für das Erzbistum Salzburg erlassen (D 208, Reg. 1183. Vgl. dazu Reg. 1171 b). ‒ M. Uhlirz, Zur Kaiserkrönung, Stengel-Festschrift, 266f., ferner Schramm, Renovatio I, 91; Vigener, Deutsches Land u. Volk, 21. ‒ Über die Bedeutung des Marktprivilegs, die Gewährung des „mercatus cottidianus” vgl. Spieß, Marktprivileg, 325 f.; Planitz, Frühgesch. d. dtsch. Stadt, 77, 87. ‒ Nachurkk.: DH. II. 32, DK. II. 136, Reg. 141.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dieter Rübsamen, eingereicht am 22.09.2015.

Lit.: W. Grammel, Vom Markt zu Stadt. Die Kaiserurkunde von 996 als erster Abschluß der Freisinger Stadtwerdung, in: Amperland 29 (1993), S. 1-3.

 

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1172, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-05-22_1_0_2_3_0_702_1172
(Abgerufen am 29.05.2017).