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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Placitum unter dem Vorsitz Ottos, des Markgrafen von Verona und des Bischofs Petrus von Como, der Missi König Ottos, im Beisein der Bischöfe Otbert von Verona, Lambert von Vicenza und Rozo von Treviso, der Grafen Engilrich, Albertus „qui et Azeli” und Raimbald von Treviso, sowie zahlreicher Pfalzrichter. Es wird über die von dem Vertreter des Dogen von Venedig Petrus II. Orseolo, Ursus Baduarius „de finibus Venetiarum habitator in loco, qui dicitur Rivoalto” gegen Bischof Johannes von Belluno und dessen Vogt Teucio vorgebrachte Klage entschieden. Der Bischof muß gemäß den Bestimmungen der von Ursus vorgebrachten Urkunde König Ottos III. vom 1. Mai 995 (DO. III. 165, Reg. 1138) die auf eine Vereinbarung König Liutprands mit dem Dogen Paulutius und dem Magister militum Marcellus zurückgehende Grenzziehung von Heracliana anerkennen und sich für den Fall einer Nichteinhaltung des Abkommens zu hoher Buße ‒ den doppelten Wert der besetzten Güter und 100 Pfund Silber ‒ verpflichten. Das umstrittene Gebiet von Heracliana wird unter Königsbann gestellt und jede Verletzung desselben mit einer Buße von 2000 Pfund Goldes belegt.

Überlieferung/Literatur

Vgl. Cod. Trevisaneus, f. 115 f. Arch. di Stato, Venedig, Loe. 49, O No. 29; Druck in Kohlschütter, Venedig, 84‒87. ‒ diac. cron. Venez. c. 29a (FSI. IX) 152: Insuper Johannem episcopum ducis terram, quam iniuste Giov. possedebat, reddere cum lege coegit. ‒ Hübner, Gerichtsurkunden Nr. 1099.

Kommentar

Biscaro, I falsi doc. del vescovo di Ceneda F. Ramponi, Bulletino 43 (1925) 119; Kretschmayr, Gesch. Venedigs I., 132; Hartmann, Gesch. Italiens IV/1, 100f.; Cessi, Venezia ducale I., 376f. ‒ Die Tatsache, daß Rozo von Treviso als Beisitzer des Gerichtes erscheint, läßt erkennen, daß er mit dem Vertreter des Dogen zu einem friedlichen Ausgleich gelangt ist und sich dem Willen des Königs gefügt hat. Er und Graf Raimbald von Treviso zählen ferner zu den treuesten Anhängern Ottos III. in Oberitalien. Vgl. DD. O. III. 193, 225, 379, 380. ‒ Über Otto vom Wormsgau, der die Markgrafschaft Verona verwaltete, vgl. Reg. 1164 d. ‒ Graf Engilrich war der Ahnherr der in der Ostmark reich begüterten Herren von Traisen, er empfing 998 (D 287) eine bedeutende Schenkung des Kaisers, vgl. über ihn Reg. 1275. ‒ Albert „qui et Azeli” dürfte der vierte Sohn des im Vorjahr verstorbenen Markgrafen Liutpold gewesen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1165a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-03-25_1_0_2_3_0_679_1165a
(Abgerufen am 30.03.2017).