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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Der König trifft in Regensburg ein, wo ihn Herzog Heinrich IV. erwartet. Es bestehen noch die Gegensätze, die durch das Streben Heinrichs des Zänkers, auf die Besetzung der Reichsbistümer Einfluß zu gewinnen, hervorgerufen worden waren. Sie werden durch das schroffe Vorgehen Bischof Gebhards gegen Ramwald, Abt von S. Emmeram, den vertrauten Freund seines Vorgängers, des Bischofs Wolfgang, noch verschärft. Um den Anklagen wegen ungerechtfertigter Besitznahme des Klostergutes zu entgehen, sucht Gebhard durch schimpfliche Verleumdungen den König von einer Zusammenkunft mit Abt Ramwald zurückzuhalten, allein Kanzler Heribert, der diese Machenschaften durchschaut, führt anläßlich des Besuches, den der König nach altgewohnter Sitte dem Kloster abstattet, eine Begegnung herbei. Der Abt und die Brüder erwarten auf dem Boden liegend den König, der mit einigen seiner jungen Freunde erscheint, und es gelingt dem Abt, die gegen ihn von Gebhard erhobenen Anschuldigungen zurückzuweisen. Der König begibt sich mit ihm in die Kirche des hl. Benedikt, wo sie im frommen Gespräch lange verweilen. Nachdem Otto gebeichtet hat, kehrt er tränenüberströmt zu seinen Freunden zurück. Er beruft eine Gerichtssitzung ein, die vor dem Altar des hl. Emmeram stattfindet. Gebhard muß Rechenschaft ablegen und wird scharf ermahnt, das Kloster fortan in Ruhe zu lassen, das unter dem Schutz des König stehe.

Überlieferung/Literatur

Arnoldi de s. Emmerammo lib. II c. 31‒33. SS. 4, 566. ‒ Zu der Bedrückung des Klosters durch Gebhard vgl. Translatio et inventio sancti Dionysii antiquior c. 8. SS. 30, 829.

Kommentar

Vgl. zu diesen Vorgängen Zirngibl, Exemtionsprozeß, 24f.; Hirsch, Jbb. H. II., 1. Bd. 181; Budde, Rechtl. Stellung d. Kl. St. Emmeram. AUF. V. (1914), 153 ff.; Hauck, Kg. III3, 378 ff., 386. ‒ Über Ramwald vgl. Seidlmayer, Deutscher. Nord und Süd, 49f.; Wühr, Wiedergeburt Montecassinos, 376; K. Uhlirz, Allg. dtsch. Biographie XXVII, 222‒225; Swarzenski, Regensburger Buchmalerei, 24 ff.; Reg. 1419 b. ‒ Zum ersten Mal wird hier die Schar der Freunde erwähnt, die Otto dauernd begleitet haben. Vgl. dazu M. Uhlirz, Das deutsche Gefolge O. III. in Italien. In: Gesamtdeutsche Vergangenheit, Festschrift für H. v. Srbik (1938) 21‒32.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1163c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0996-02-00_3_0_2_3_0_672_1163c
(Abgerufen am 30.03.2017).