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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt zu seinem und seiner Eltern Seelenheil auf Intervention des Bischofs Aico dem Bistum Meißen das gesamte Lehen seines getreuen Grafen Esiko zu freier Verfügung des Bischofs und seiner Nachfolger (quomodo nos ob remedium anime nostrae parentumque nostrorum nec non et per interventum Aiconis venerabilis episcopi dedimus beneficium totum cuiusdam fidelis nostri comitis Asic ad episcopatum ... in civitate Misna vocitata cui isdem ... praesul in pręsenti pręsidet atque id ipsum beneficium ex integro ... ei in proprium tradidimus, ea videlicet ratione ut iam dictus Aico episcopus suique successores liberam dehinc potestatem habeant disponendi ordinandi atque in usum monasterii faciendi). ‒ Hildibaldus canc. vice Uuilligisi archiep.; von HF verfaßt und geschrieben; MF.; SI. 2. „Omnium fidelium nostrorum”.

Überlieferung/Literatur

Sächsisches Landeshauptarchiv zu Dresden. Sign. Orig.Urk. Nr. 9 A (A).

Nachzeichnung in erweiterter Fassung, ebd. B Nr. 11 (B); Transsumt des Erzbischofs von Magdeburg von 1250, Februar 16, ebd. Urk. Nr. 10 (C).

MG. DD. O. III. (1893) 584 f., Nr. 174.

Böhmer 752; Stumpf 1046.

Kommentar

Die älteren Drucke dieser Urkunde gehen alle auf die mit der Sigle B bezeichnete Nachzeichnung mit erweiterter Fassung, deren Text auch in der Ausgabe der MG. 585, Anm. a‒i wiedergegeben ist, zurück; sie ist 1884 von K. Uhlirz (Älteste Kaiserurk. f. Meißen, MIÖG. Ergb. I, 370 ff., vgl. auch Posse, Meißen, Exkurs I, 179f.) als eine zeitnahe Fälschung, die kurz vor 1017 angefertigt und mit falschem Kaisersiegel versehen wurde, beurteilt worden. Erben, der in seinen nahezu ein Jahrzehnt später entstandenen Exkursen zu den DD. O. III. (MIÖG. 13., 1892, 552 ff.) auf die Untersuchungen von K. Uhlirz nicht Bezug nimmt, tritt wieder dafür ein, daß die Nachzeichnung auf Wunsch des Bischofs Aico im Mai 997 von demselben Schreiber, der D 244 für das Kloster Nienburg mundiert hat (vgl. Reg. 1226), erfolgt sei. Wibel hingegen erklärt alle DD. O. III. mit Ausnahme von D 183, die unechte Kaisersiegel tragen, für Nachahmungen aus der Hand desselben Fälschers, der Anfang des 11. Jh. arbeitete und sich des vermutlich von ihm selbst hergestellten Siegels bedient hat. Vgl. Die Siegel d. dtsch. Kaiser u. Könige (Besprechung von Posse) NA. 35, 257. ‒ Esico, einer der Teilnehmer an der Versammlung auf der Hesleburg 984, Reg. 956 f/1, war zur Zeit des Slavenkrieges schon schwer erkrankt und hat sein Lehen dem Bistum Meißen übergeben. Er starb nach langem Siechtum 1004. Vgl. Thietmar VI c. 16, Regg. 1317, 1372. ‒ Dazu noch Winter, Merseburg, Arch. sächs. Gesch., NF. 3, 117; Platen, Eilenburg, 32; Machatschek, Bistum Meißen, 24; Kötzschke, Marken im Sorbenland, Seeliger-Festgabe (1920) 89, Anm. 1, 103, Anm. 4. ‒ Die Fassung B enthält zusätzlich die vermutlich interpolierte Liste der Lehen Esikos: „benefitium cuiusdam fidelis nostri Aesiconis comitis videlicet Vrscini = Wurzen; Bichni = Püchau, vgl. Reg. 1161; Pauc = Pouch; Ezerisco = Zöckeritz; Liubanisci = Löbnitz; Herri = Irmerich; Sciammanstedi = Schönstedt; Unscia = Ober- und Niederwünsch; Potorisci = Baderitz; insuper quicquid nostri iuris habuerit benefitii totum ad episcopatum.” ‒ Vgl. Posse, Mg. v. Meißen, Exkurs I, 179f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1148, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0995-10-06_1_0_2_3_0_638_1148
(Abgerufen am 27.07.2017).