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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Einsetzung Erluins als Bischof von Cambrai.

Überlieferung/Literatur

Gesta pontif. Camerac. c. 110, SS. 7, 448 f.

Kommentar

Um die Nachfolge des am 18. August gestorbenen Bischofs Rothard (Reg. 1144 a) hatte sich der Lütticher Archidiakon Erluin beworben, der durch Vermittlung Notgers die Fürsprache der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg fand. Sophie, die Schwester des Königs, begünstigte hingegen Ascelin von Dronghem, einen Bastard des Grafen Balduin von Flandern, der sie durch Bestechung gewann. Otto folgte jedoch dem Bat seiner Tante und vollzog die Einsetzung Erluins, der die Diözese infolge der Einwirkung des Reimser Streites in argem Verfall übernahm. ‒ Vgl. Kurth, Notger de Liege, 95 ff.; Hirsch, Jbb. H. II. 1, 359; Reinecke, Gesch. Cambrais, 226 f.; Lähns, Bischofswahlen, 49, 77; Moreau, Eglise de Belgique I, 282 ff.; Th. Schieffer, Ein deutscher Bischof des 11. Jh. Gerhard I. von Cambray. DA. I. (1937) 329f.; Ganshof, Origines de la Flandre imp., Annales, Brüssel, 46, 106f. ‒ Infolge des Reimser Streites konnte Erluin seine Weihe nicht durch den zuständigen Erzbischof Gerbert, dem die Ausübung kirchlicher Handlungen durch den Beschluß des Papstes (Reg. 1133 a) untersagt war, empfangen, sondern begab sich nach Rom, wo Papst Gregor V. die Konsekration vollzog. Vgl. Reg. 1174 a.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1149a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0995-10-00_1_0_2_3_0_640_1149a
(Abgerufen am 22.07.2017).