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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto erneuert am Ostersonntag (Reg. 1085 b) auf Intervention seiner Großmutter Adelheid und auf Beschluß seiner Getreuen, des Erzbischofs Willigis, des Bischofs Hildibald von Worms, seines Vetters, des Herzogs Otto und vieler anderer, der Erzbischöfe Egbert von Trier und Hartwig von Salzburg, der Bischöfe Bernward von Würzburg und Notger von Lüttich, des Herzogs Bernhard, der Markgrafen Ekkehard und Gero, der Magdeburger Kirche und seinem getreuen Erzbischof Gisilher die Schenkung der beiden Städte Kalbe und Rosenburg, die schon sein Großvater Kaiser Otto dem Erzbistum geschenkt, dann dem Markgrafen Hodo auf Lebenszeit als Lehen übergeben und die sein Vater Kaiser Otto II. bestätigt habe (qualiter nos ob interventum carae aviae nostrae Athalheidis ... aliorumque fidelium nostrorum consultu, Uuilligisi Mogontinae sedis ... archiepiscopi et Hildibaldi Uuormaciensis ęcclesiae ... praesulis dilectique nepotis nostri Ottonis ducis aliorumque conplurium, Ekberti scilicet Treuerensis ęcclesiae archiepiscopi, Hartuuigi Salzburgensis ęcclesiae archiepiscopi, Berenuuardi Uuirzeburgensis episcopi, Notgeri Leodicensis episcopi, Bernhardi ducis ac Ekkihardi marchionis, Geronis marchionis, duas civitates Calua et Rosburg nominatas ... a beatae memoriae avo nostro Ottone ... Magadaburgensi ęcclesiae per suam praeceptionem antea traditas et in beneficium Huodoni marchioni ad usum vitae suae concessas et postea ab equivoco eius genitore nostro ... confirmatas pro ... remedio animarum illorum nostraque salute et regni statu in ius praefatae ecclesiae Magadaburgensi et fidelis nostri Gisalharii archiepiscopi ... hac nostrae praeceptionis auctoritate in palatio nostro Ingilenheim nominato sancto die paschali in praesentia praedictorum fidelium nostrorum et aliae gentis innumerae reddidimus et ... confirmamus). ‒ Hildibaldus canc. vice Uuilligisi archicapp.; Eingangsprotokoll und Chrismon stammen von anderer Hand ‒ wie Foltz festgestellt hat, von HF ‒ als die übrige Urkunde, die von LI nach eigenem Diktat vollendet wurde und zwar an dem der vollzogenen Handlung folgenden Tag. Das Monogramm ist mit anderer Tinte nachgetragen; MF., SI. 2. „Omnium fidelium nostrorum”.

Überlieferung/Literatur

Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt zu Magdeburg, Rep. U 1, Erzst. Magd. I, 60 (A).

Kopialbuch 6 aus dem XV. Jh. f. 28'.Ebd. (B); Abschrift des Polykarp Leyser († 1728) i. Niedersächs. Staatsarchiv zu Wolfenbüttel, Hs. VII. 86, Nr. 22.

Sagittarius in Boysen, Allg. Magazin 1 (1718) 224; MG. DD. O. III. 529 f., Nr. 118; Israël-Möllenberg, UB. Domstift Magdeburg I, 156 f., Nr. 109.

Böhmer 708; Mülverstedt 407; Stumpf 988; Dobenecker 556; Mon. hist. duc. Carinthiae III, 178; Kurth, Notger de Liége II, App. VII, 36.

Kommentar

Besondere Beachtung muß die Massenintervention (Schetter, Intervenienz, 96, 114) finden, sowohl die Tatsache selbst als auch die auffallende Anordnung der Intervenienten. Zuerst kommen die Mitglieder der vormundschaftlichen Regierung, die Kaiserin Adelheid, Willigis und Hildibald, dann der Verwandte des Königs, Herzog Otto, in dem wir aber keineswegs den schon 982 verstorbenen Herzog von Schwaben und Bayern erblicken dürfen, wie Israël-Möllenberg (w. o. 157, Anm. 3) annehmen. Es handelt sich hier wie in D 11, Reg. 968, D 43, Reg. 1002, D 120, Reg. 1088, D 121, Reg. 1089, D 124, Reg. 1092, D 125, Reg. 1093, D 130, Reg. 1098 um Otto vom Wormsgau, der den Titel eines Herzogs von Kärnten trotz seines Verzichtes (Reg. 963 a) weiterführte. Auf Otto folgen dann in der Liste der Intervenienten die hohen Kirchenfürsten, denen die weltlichen Großen, die für die Ausstellung einer Magdeburger Urkunde besonders in Betracht kommen, angeschlossen werden. ‒ Zu der am Ostersonntag erfolgten Handlung vgl. Reg. 1085 b. ‒ Merkwürdig ist, daß die Vorurkunden (DO. I. 278, Reg. 373, DO. II. 82, Reg. 663, DO. III. 102, Reg. 1068) die Belehnung des Markgrafen Hodo mit Kalbe und Rosenburg (nw. der Mündung der Saale in die Elbe) nicht erwähnen, sondern nur, daß diese Orte in dem Gau Serimunt in der Grafschaft Hodos gelegen seien. Vgl. zu der Urkunde K. Uhlirz, Magdeburg. 109; Böhmer. Gisilher, 62 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1086, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0993-04-17_1_0_2_3_0_496_1086
(Abgerufen am 24.01.2017).