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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt seiner Schwester, der Kanonissin Sophie, auf Intervention seiner Mutter, der Kaiserin Theophanu, sechzig Hufen im Liesgau in der Grafschaft Sigeberts und im Gau Lochne an der oberen Leine in der Grafschaft Hermanns (quomodo nos ob petitionem et interventum dilectae genitricis nostrae Theophanu ... carae sorori nostrae Sophiae sanctimoniali de nostra proprietate dedimus triginta mansos in villis Motleuingerod, Foresazi et Hadiluingarod dictis sitos et in pago Lisgouue vocato ac comitatu Sigeberti comitis iacentes et alios triginta mansos in villis Peranhuson, Liudingeshuson et Ethelleveshuson (Helleuehuson), Lengleron, Rodereshuson et Hatticheshuson nominatis sitos et in pago Lochne nuncupato comitatu Herimanni comitis iacentes atque eosdem mansos numero sexaginta ... ad integrum sibi in proprietatem tradidimus, ea videlicet ratione ut ... soror nostra Sophia ... de praefata proprietate ... liberam dehinc faciendi quod velit potestatem habeat ... .) ‒ Hildibaldus canc. vice Uuilligisi archiep.; verfaßt und geschrieben von HF.; MF., SI. 2. „Notum sit omnibus fidelibus.”

Überlieferung/Literatur

Niedersächsisches Staatsarchiv zu Wolfenbüttel, Sign. Urk. Abt. 6, Nr. 19 (A).

Abschrift des 16. Jh. f. 43, Sign. HS. VII B, Nr. 2, ebd.; Abschrift d. 18. Jh. Hs. VII. 1357 p. 37 u. Ms. VII. BH/2 mit dtsch. Übersetzung, ebd.

Leuckfeld, Ant. Gandersheim. (1709), 110 (aus A); MG. DD. O. III. 474, Nr. 67.

Regg.: Böhmer 670; Stumpf 939.

Kommentar

Wie das Spurium D 427 aus dem Ende des 12. Jh. (vgl. Kehr, Urkk. O. III., 278f.) erkennen läßt, handelt es sich hier um die Ausstattung der Prinzessin (dotalia donaria). ‒ Zur Schenkung vgl. Kerrl, Reichsgut, 68, 87. ‒ Über Liesgau und Lochnegau vgl. Curs, Dtschl. Gaue, 12. ‒ Über Hermann u. Sigebert vgl. Kloß, Grafschaftsgerüst, 68 f. ‒ Zu den Ortsnamen vgl. E. Schröder, Zu den Urkunden Ottos III. NA. 47, 244, der die Lesart Helleveshuson berichtigt: Ethevelleshuson = Adellebsen bei Göttingen. ‒ Motleuingerod = Wüstung Mitlingerrode bei Osterrode, Harz; Foresazi = Förste bei Osterrode; Hadiluingerod = Elbinggerode, Harz (Kloß, 69); Peranhuson = Berenshausen b. Göttingen oder Parensen; Liudingehuson = Lödingsen, nw. v. Göttingen; Lengleron = Lenglern ebd.; Rodereshuson = Reiershausen, n. v. Göttingen; Hatticheshuson = Hetjershausen (Kloß, 68).

Nachträge (1)

Nachtrag von Eike Dietert, Gleichen, eingereicht am 16.08.2005.

Bei den Ortsnamen Adelebsen, Osterode, Mitlingerode und Elbingerode ist fälscherlicherweise das l, das r, das g und wiederum das r verdoppelt.

Und Reyershausen schreibt sich nicht mit i, sondern mit y; m. W. ist aber ohnehin stattdessen eine Wüstung "Rodershusen" ö. v. Parensen gemeint.

Sofern mit "Berenshausen" nicht irgendeine Wüstung gemeint ist, sondern der noch existierende Ort Bernshausen (onö. v. Göttingen bzw. s. v. Osterode bzw. nw. v. Duderstadt), wäre auch hier die Schreibweise zu korrigieren; in Anbetracht der etwas abseitigen Lage won Bernshausen in Bezug zu den übrigen in der Urkunde genannten Orten halte ich jedoch die Interpretation als "Parensen" für wahrscheinlich zutreffender (allerdings sind mir die vor 15 Jahren hier zum Jubiläum - damals wohnte ich in Adelebsen - erneut aufgelebten Erörterungen über die Deutung der Ortsnamen jetzt auf Anhieb nicht mehr so gegenwärtig).

Es gibt am Südrand des Harzes zwei Orte namens Elbingerode, deshalb wäre der Zusatz "ssö. v. Osterode" angebracht (der andere Ort dieses Namens liegt s. v. Ilfeld).

Bei Parensen und Hetjershausen fehlen die Lageangaben völlig (nnw. bzw. w. v. Göttingen).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1026, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-08-10_1_0_2_3_0_355_1026
(Abgerufen am 28.05.2017).