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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto erneuert auf Bitte des Erzbischofs Johann (Philagathos) von Piacenza, seiner Mutter, der Kaiserin Theophanu, und des Patriarchen Johannes die Besitzbestätigung seines Großvaters Ottos I. für die Kirche von Aquileja in fast wörtlicher Wiederholung mit Ausnahme der Arenga und eines einzigen, die Ausübung der gräflichen Rechte in Pola betreffenden Zusatzes, dessen Echtheit jedoch nicht gesichert ist. 〈...concedimus a villa Polla nostrum in advocatorem fidelem de omnibus placitis predicte ecclesie pertinentibus sed omnibus culpis nostra regali auctoritate, ut bonus comes remota omni contradictione inhibi iuditium faciat.〉 ‒ Adelbertus canc. vice Petri episcopi Cumani; verfaßt nach DO. I. 413 (Reg. 544), wahrscheinlich unter Mitwirkung der deutschen Kanzlei von It. L, „Si ecclesiis dei et sacerdotibus earum.”

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Kopialbuch von Aquileja aus dem Ende des 15. Jh. (Consultori in iure 366, no. 4), f. 6 im Archivio di Stato zu Venedig (C1); Kopialbuch von Aquileja aus dem Ende des 15. Jh. (Cons. in iure 366b, no. 22) f. 2' ebd. (C2); Zu den späteren Kopien vgl. das Quellenverzeichnis in DD. O. III. S. 897, dazu noch Coll. Fontanini d. XVIII. Jh. Bibl. Guarneriana, v. S. Danieleb. Udine B 12, p. 15. u. B 74, p. 627, no. 6.

Stumpf, Acta ined. (1865-1881), 30, no. 24 (nach einer Abschrift des 18. Jh. von C1); MG. DD. O. III. 471 f., Nr. 65.

Stumpf 937; Kos, Gradivo II 493.

Kommentar

Gegen die Ansicht Kehrs (Urkk. O. III., 61f.), daß die Arenga von HF verfaßt worden sei, hat sich Sickel (Erläuter. I., 220, Anm. 2, 221) gewendet, der auch hier It. L als Verfasser annimmt, ebenso wie für das Eschatokoll. ‒ Die einzige selbständige Verfügung Ottos III. in dieser Urkunde wäre die oben angeführte über die Gerichtsbarkeit des Patriarchen in Pola; sie wird von Sickel und seinen Mitarbeitern an der Ausgabe der DD. O. III. (S. 471) unter Verweisung auf Ficker (Reichsfürstenstand, 1, 309) und Stumpf (Regg. 2920, 2923) als eine spätere Interpolation bezeichnet, während Paschini (Le vicende politiche del Friuli, c. XII. S. 406) keine Bedenken gegen ihre Echtheit erhebt. Die stilistische Unebenheit des Satzes und der Umstand, daß dieser Zusatz sich in keiner der Nachurkunden findet, spricht für die Ansicht Sickels, immerhin ist es nicht ausgeschlossen, daß die Einschaltung auf einen Notar der deutschen Kanzlei zurückzuführen ist und daß es sich hier um den ersten Versuch des Patriarchates, seine Hoheit über Pola auszudehnen, handelt. ‒ Nach Sickel (Erläuter. 223 ff.) schied zu dieser Zeit der italienischen Kanzler Adalbert von seiner Stelle; vielleicht ist er von Johann Philagathos verdrängt worden. Nach Kehr (Urkk. O. III., 55) erhielt er schon damals, nach Sickel, der die Identität überhaupt bezweifelt, erst 996 das Bistum Brescia (Schwarte, Bistümer Reichsitaliens, 106f.; Breßlau, Urkundenl. I2, 469). ‒ Auffallend ist die Strafbestimmung; die hohe Buße von 1000 Pfund Goldes wurde aus der Verfügung Ottos I. übernommen und durch den Zusatz auri „purissimi” verschärft. ‒ Vgl. über die Geldbußen Ficker, Forsch. I, 76ff.; Uhlirz, Rechtsfragen i. d. DD. Ottos III. (Spoleto, 1955). ‒ Über Aquileja vgl. IP. VII/1, S. 8‒12. ‒ Zur Bedeutung Aquilejas unter den Ottonen vgl.: M. Uhlirz, Ital. Kirchenpol. 258; Leicht, La chiesa d'Aquileja e l'impero, 33 ff.; Vergottini, Lineamenti storici, 1, 51 f.; Marchetti-Longhi, Patriarcato di Aquileja, 7 ff., 18 ff.; Klebel, Patriarchen v. Aquileja. Festschr. R. Egger I (1952); Schmidinger, Besetzung d. Patriarchenstuhls, MIÖG. 60 (1952); Patriarch u. Landesherr (1954) 32 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1024, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-06-18_3_0_2_3_0_347_1024
(Abgerufen am 29.03.2017).