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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Tod des Bischofs Adalbero von Verdun, des Sohnes des Grafen Gotfried von Verdun, in Italien, wo er vergeblich in Salerno Heilung seines Steinleidens gesucht hat; sein Leichnam wird von seinem Bruder Friedrich in die Heimat gebracht und in Verdun beigesetzt. Sein Nachfolger wurde Heimo, ein Landfremder, der vermutlich aus Bayern stammte.

Überlieferung/Literatur

Ann. necrol. Fuld. (ad a. 991), SS. 13, 206; Ann. s. Vitoni Virdun. SS. 10, 526; Gesta ep. Virdun. c. 6, SS. 4, 47; valde infirmus, tantamque corporis sui passus est inbecillitatem, ut ipso eodem anno benedictionis suae Salerniam causa salutis exposceret, nostris secum comitatis. Qui cum ibi moraretur, et a medicis curari non posset, reversus est Italiam, ibique ingruente morte, vocatis omnibus suis, tradidit abbatiam s. Germani cuidam Rudolfo nepoti suo ... aliaque multa suis distribuens, mortuus est. Cuius corpus ab Italia delatum a fratre suo comite Frederico, positum in acclesia sua in choro s. Mariae ante gradus ... Vixit autem in episcopatu tribus semis annis; Hugonis mon. Virdun, abb. Flaviniac. chron. SS. 8, 367: ... reversus in Italia obiit 14. kal. Mai ... .

Kommentar

Dem von Hugo angegebenen Tagesdatum ‒ 18. April ‒, das auf der in Verdun geltenden Überlieferung beruht, wird man Glauben schenken dürfen. Schwieriger ist die Entscheidung über die in den Gesta enthaltenen Zeitangaben, denen Hugo gefolgt ist. Nach ihnen ist Adalbero noch in dem Jahr seiner Weihe wegen seiner Erkrankung nach Italien gezogen und nach „tribus semis annis”, also doch wohl nach 31/2 Jahren seines Episkopates gestorben. Seine Einführung in Verdun ist erst im 2. Halbjahr 987 nach der Rückgabe Verduns durch Hugo Capet (Reg. 997a), seine Weihe aber vermutlich schon viel früher ‒ wahrscheinlich August 986, spätestens Mitte 986 ‒ erfolgt (Reg. 969 c, 973 a, 983 l). Wenn wir diesem spätesten Termin folgen, so wäre Adalbero nach der Übernahme des Bistums Ende 987 nach Salerno gezogen, und wenn wir sein Episkopat von seiner „benedictio” an rechnen, würden wir ungefähr zu dem angegebenen Todesdatum gelangen. ‒ Zwei Briefe Gerberts sind an einen Begleiter des Bischofs, bzw. an diesen selbst gerichtet. Nr. 151 läßt erkennen, daß Adalbero trotz seines jugendlichen Altere an einem Steinleiden (morbo calculi laborantis) erkrankt war, dieser Brief war für seinen Begleiter, durch den er eine Anfrage an Gerbert hatte richten lassen ‒ vermutlich war es Friedrich ‒ bestimmt. Er ist in der ersten Hälfte 989 abgesandt worden und zwar höchstwahrscheinlich nach Salerno, wo Adalbero von den „prioribus”, den angesehensten Ärzten behandelt wurde. Vgl. Vorarbeiten III. 124; Nr. 173 (Adalberoni episcopo Verdunensi) ist, wie sein Inhalt beweist (vgl. Reg. 1020 b) erst im Frühjahr 990 und zwar in Unkenntnis des inzwischen erfolgten Todes Adalberos geschrieben worden (Vorarbeiten 144 f.). ‒ Wahrscheinlich hat sich der Bischof, als er Salerno verlassen hatte, an das Hoflager der Kaiserin Theophanu begeben, die mit seiner Familie eng befreundet war, und hat in ihrem Gefolge die Heimreise angetreten, auf der er, vielleicht in Pavia, gestorben ist (vgl. Regg. 1019 h, n).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1019n, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-04-00_3_0_2_3_0_330_1019n
(Abgerufen am 20.09.2017).