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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Die Kaiserin, die das Osterfest (20. April) in Pavia feiert, beschäftigt sich neuerdings mit der Finanzverwaltung in dem italienischen Königreich. Sie muß damals den Bischof Gebhard von Konstanz mit der Verwaltung der Bistümer Padua und Pavia betraut haben.

Überlieferung/Literatur

Dedicatio capellae Litbacensis, SS. 15, 1023: 990 consecrata est haec capella Litbach a venerabili domino Constantiensi episcopo sancto Gebhardo, tunc procuratore ecclesiarum Pataviensis et Papiensis. ‒ Ladewig-Müller, Regg. Episc. Constanciensium I. Nr. 394; Tüchle, Dedicationes Constantienses 13, Nr. 15.

Kommentar

Die Weibe der Kapelle erfolgte am Sonntag nach St. Petri, also am 6. Juli 990. Ladewig-Müller sprechen zwar der Nachricht daß Gerhard die beiden Bistümer Padua und Pavia verwaltet habe, jede Glaubwürdigkeit ab, doch läßt sich diese Ansicht nicht begründen (vgl. Tüchle, w. o. Anm. 1). Vielmehr dürfen wir, da uns aus den Honorantiae civ. Papiae (vgl. Reg. 1008a) die Maßnahmen der Kaiserin Theophanu in der Finanzverwaltung Oberitaliens bekannt geworden sind, den Schluß ziehen, daß sie die Amtsführung der Vorsteher beider Bistümer nicht gebilligt und ihnen den ihr treu ergebenen Gebhard zur Seite gestellt hat. Wer damals Bischof von Padua war, wissen wir nicht; möglich ist, daß der schon 964 genannte Gauslinus wegen seines Alters nicht mehr imstande war, sein Bistum zu verwalten, und die Kaiserin seinen Nachfolger Ursus, der von Ughelli (Italia sacra, V. 434) als Deutscher bezeichnet wird, erst später ernannte. Daß er einen romanischen Namen führte, würde nicht gegen seine deutsche Abstammung sprechen, da zu dieser Zeit der Gebrauch von Doppelnamen besonders unter der Geistlichkeit häufig war (vgl. Chiapelli, Formazione stor. del comune cittad. IV. 7 ff., Anm. 2 u. 3; M. Uhlirz, Ital. Kirchenpol., 278 ff.). ‒ Damit wäre auch seine Teilnahme an der Domweihe zu Halberstadt am 16. Oktober 992 (Reg. 1074b) zu erklären. ‒ In Pavia war keine Vakanz eingetreten. Vgl. zu beiden Bistümern und ihren Bischöfen Schwartz, Bistümer Reichsitaliens, 56, 142.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1019m, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0990-04-00_2_0_2_3_0_329_1019m
(Abgerufen am 11.12.2017).