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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Feier des Osterfestes. ‒ Wichtige Beratungen der Kaiserin Theophanu über die Fragen des Westens. Herzog Karl von Niederlothringen erscheint als Bittsteller an dem Hoflager, wo er Freunde und Verwandte findet, und sucht sie durch den Hinweis auf das Schicksal seiner im zartesten Alter stehenden Kinder zur Hilfeleistung zu bewegen. Theophanu ist anscheinend geneigt, ihn in seinem Kampf um das karolingische Hausgut, nicht aber in seinem Wettstreit um die französische Krone zu unterstützen. Sie hindert ihn nicht, sich mit Gewalt in den Besitz seines Erbes zu setzen. Auch Gerbert von Aurillac, der von Reims gekommen war, erhält von der Kaiserin den Befehl, sich für die Dienste Karls bereit zu halten. Dieser scheidet nach eingehenden Beratungen mit Gerbert im guten Einvernehmen von der Kaiserin.

Überlieferung/Literatur

Ann. Hildesh., S. 24. ‒ Richer IV c. 14 (Latouche II) 166 f.: Interea K(arolus) apud amicos et cognatos motu gravissimo movebat querelam atque in sui suffragium querimoniis excitabat. Qui lacrimis suffusus: Die folgende Rede dürfte Karl in Ingelheim gehalten haben. ‒ Vgl. dazu Lettres de Gerbert, No. 115, S. 105. Gerbert an Karl von Niederlothringen: recordamini consilii nostri et collocutionis, in palatio Engueleheim, et videte si quod promisi vobis de pace inter reges diu quaesita peractum sit.

Kommentar

Vorarbeiten III. 98 ff. ‒ Jbb. O. III. 97 ff. ‒ Aus diesem Brief geht ferner hervor, daß Gerbert von Karl Befehle und Auftrage empfangen hat; das kann jedoch nur mit Wissen und Zustimmung Theophanus auf Grund der Verhandlungen zu Ingelheim geschehen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 1001c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0988-04-00_2_0_2_3_0_237_1001c
(Abgerufen am 20.09.2017).