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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Otto schenkt auf Intervention Herzog Heinrichs von Kärnten dem Grafen Rachwin fünfzehn Königshufen in Rosswein bei Marburg a. d. Drau mit der Bestimmung, daß, wenn dort so viele nicht verfügbar wären, sie aus den benachbarten Gebieten seiner Grafschaft zu nehmen seien (quomodo nos ob interventum Heinrici Karigentinorum ducis cuidam fideli nostro Rachuuin nominato de nostra proprietate dedimus quindecim mansos regales in villa Razuuai dicta sitos si ibi inveniantur, si autem ibi inveniri non possint, in proximis villis ubi suppleri valeant tollendos et in pago Zitdinesfeld vocato ac comitatu pręfati Rachuuini comitis iacentes ... ea videlicet ratione ut idem iam dictus Rachuuinus de pręfata proprietate sibi a nobis tradita faciendi quod velit liberam potestatem dehinc habeat ...). ‒ Hildibaldus canc. vice Uuilligisi archiep.; nach dem Diktat von HB. von einem Notar der Passauer Schule geschrieben. MF. SI. 2. „Omnibus fidelibus nostris presentibus”.

Überlieferung/Literatur

Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien (A).

Salzburger Kammerbüch. I. ebd. f. 77, Nr. 69/48. Hs. Böhm, 359, weiss 194/1.

(Kleinmayrn), Juvavia (1784), Anh. 210, Nr. 79; MG. DD. O. III. 420 f., Nr. 22; Hauthaler-Martin, Salzburger UB. 2. S. 111 f., Nr. 60.

Böhmer 639 (zu 15. X.): Stumpf 892; Kos, Gradivo II. 487; Mon. hist. duc. Carinthiae 3, 166; Reindel, Luitpoldinger, 132.

Kommentar

Diese Schenkung sollte der Regelung der Besitzverhältnisse im Osten des Reiches dienen und die Wiederbesiedelung der von den Magyaren verwüsteten Grenzgebiete einleiten. Wahrscheinlich haben damals die Aribonen noch große Schenkungen im Mur- und Drautal erhalten. Pirchegger (Kirchen- u. Dynastenbesitz. MIÖG. XI. Ergb. 258 f.) nimmt an, daß Rachwin ein Aribone gewesen sei und auch den westlichen Teil des Grazer Feldes mit dem Mittelpunkt in St. Martin bekommen habe, während Graf Wilhelm einen Teil des Sanntales empfangen habe (vgl. auch Pirchegger, Gesch. Steierm. 1, 127; Erläuter. z. d. hist. Atlas der österr. Alpenländer I,188.; Erläut z. Heimatatlas d. Steierm. VII, 84; Jaksch, Gesch. Kärntens 1, 151); ‒ Levec (Pettauer Studien I. 171, 175, III. 68, 96) vermutet in Rachwin einen Angehörigen der Sponheimer. Jedenfalls war Rachwin mit beiden Familien verwandt und Inhaber einer Grafschaft im Drautal. ‒ In diesen fernliegenden Gebieten vermochte die Kanzlei nicht, die Lage der Königshufen genau zu bestimmen. Der Pagus Zitdinesfeld (Zistanesfeld, vgl. D 1, Reg. 957) lag südlich der Drau zwischen Marburg und Pettau. Die Größe der Königshufen betrug in dem bayrischen Kolonialland 90 österr. Joch, die gesamte Schenkung umfaßte daher c. 776 Hektar. ‒ L. Hauptmann, Hufengrößen. Vtjsch f. Soz. u. Wg. 21, 386 ff. ‒ Vgl. ferner W. Schmid, Frühmittelalt. Besiedlung. Zs. Steierm. 18, 38 ff. ‒ Gladiß, Schenkungen z. privatem Eigen, 89; Schenkungen, wirtsch., 158; Lechner, Ottonische Mark, 197 f.; Klebel, Siedlungsgesch. 86. K. Uhlirz, Interventionen, 120; Schetter, Intervenienz, 88. ‒ Zur Datumzeile vgl. Kehr, Urkk. O. III. 225 A. 1.

Nachträge (1)

Nachtrag von Carolus, eingereicht am 18.07.2009.

Vorerst vielen Dank für die Onlinestellung historischer Dokumente und Regesten.

Nun zu meiner Vermutung zum Pagusnamen "Zitdinesfeld": Kann es sein, dass es sich hier um einen Scanningfehler statt richtig "Zitilinesfeld" handelt? (Ich kannte bisher nur Zitilinesfeld, aber wer weiß? Ein ähnlicher Scanfehler geistert mit Zislanesfeld statt richtig Zistanesfeld/Cistanesfeld durchs Netz.)

Bitte ggf. um Korrektur von Zitdinesfeld.

Mit freundlichen Grüßen

Carolus

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 978, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0985-10-17_1_0_2_3_0_152_978
(Abgerufen am 23.10.2017).