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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Die Kaiserinnen versammeln ihre Anhänger, von denen Heinrich der Jüngere, Herzog von Bayern, und Herzog Konrad von Schwaben, sowie Erzbischof Warin von Köln, die Bischöfe Gerhard von Toul und Erkanbald von Straßburg namentlich genannt werden, unter der Führung des Erzkanzlers Willigis zu einem „colloquium”, um über die Reichsangelegenheiten zu beraten und die Vorbereitungen für die bevorstehende Zusammenkunft in Bürstadt zu treffen. Auch die Herzogin Beatrix von Oberlothringen befindet sich im Gefolge Adelheids und Theophanus. Anscheinend wird auch die Frage der Ausübung der Regierungsgewalt entschieden, sowie über die Angelegenheiten Lothringens und die Lage an der Westgrenze des Reiches beraten.

Überlieferung/Literatur

Vgl. D 2, S. 296: Nos denique residentes Spirae ad colloquium, quia rata et condigna fideles nostri haec censuerunt, per interventum genetricis nostrae Theophaniae et ducum nostrorum Henrici et Cononis, archiepiscoporum Willigisi Maguntinensis, Warini Coloniensis, Erchebaldi Strasburgensis episcopi consensum nostrae auctoritatis iustis praebuimus ... Vgl. Reg. 958.

Kommentar

Über die Bedeutung von „colloquium” vgl. Lintzel, Hoftage, 2 ff. ‒ Besonders bemerkenswert ist die Teilnahme Warins von Köln an diesem ersten Hoftag. Vgl. K. Uhlirz, Interventionen, 119. ‒ An den Regierungshandlungen sind anfangs beide Kaiserinnen beteiligt, doch tritt von Beginn an Theophanu stärker hervor; ihre maßgebenden Berater, die dauernd in ihrer Umgebung weilen und an deren Mitwirkung sie anscheinend gebunden war, so daß man von einer Art „vormundschaftlicher Regierung” sprechen darf, waren Erzkanzler Willigis und der Kanzler Bischof Hildibald von Worms. An der Entscheidung über lothringische Fragen war vor allem Notger von Lüttich beteiligt, ferner finden wir die Herzöge Heinrich den Jüngeren von Bayern, Konrad von Schwaben und Bernhard von Sachsen häufig in der Umgebung der Kaiserinnen. ‒ K. Uhlirz, Interventionen, 130 ff.; Böhmer, Willigis, 37; Kehr, Gesch. Ottos III. 432; ter Braak, Otto III. 88, 89 ff., Anm. 3.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 957a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0984-10-00_1_0_2_3_0_79_957a
(Abgerufen am 24.01.2017).