Regestendatenbank - 175.344 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

Sie sehen den Datensatz 55 von insgesamt 1375.

Gestützt auf den Zuzug seiner Anhänger in Bayern begibt sich Heinrich in das Rheingebiet bei Worms zu Verhandlungen mit den deutschen Fürsten, die unter der Führung des Erzkanzlers Willigis von Mainz und Herzog Konrads von Schwaben erschienen sind. Bei der Zusammenkunft auf der Ebene zu Bürstadt bei Worms versucht der redegewandte Herzog vergeblich, die Fürsten für sieh zu gewinnen, die ihn unter der Führung des Erzkanzlers Willigis von Mainz nötigen, von seinen Forderungen abzulassen und eidlich zu versprechen, König Otto III. am 29. Juni zu „Rara” (Rohr bei Meiningen) der Kaiserin Theophanu und ihren Anhängern auszuliefern.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV c. 4, S. 124 f.: Dux ... in pascuis ad Bisinstidi pertinentibus ad alloquendos regionis illius principes consedit. Magontinae tunc provisor aeclesiae Willigisus cum duce Conrado caeterisque optimatibus huc venit. Hos dux, quibuscumque valuit modis, sibi coniungere temptans eosque a promissa regi suo cum sacramentis fide numquam vita comite recessuros unanimi eorum responso percipiens, coactus est futuri timore duelli cum iuramentis affirmare, ut III. Kal. Iulii ad locum, qui Rara vocatur, veniret puerumque matri suae illisque redderet. ‒ Widrici vita s. Gerardi c. 16 SS. 4, 500: Itaque utrimque congregatur agmen bellatorum non modicae multitudinis, dies ac locus statuitur mutae collocutionis ac Dei gratia pax roboratur fidelibus praecurrentibus internuntiis.

Kommentar

Zur Lage von „Bisinstidi” Bürstadt bei Worms und von „Rara” Rohr im Grabfeld bei Meiningen vgl. Jbb. O. III. Exkurs II 431 f. Zu den Verhandlungen vgl. Wilmans (Jbb. O. III. 21), der die Angaben der Kaiserchronik (Deutsche Chron. I, Vers 15498 ff., 16096 ff. u. 16116) irrigerweise auf die Bürstadter Tagung bezieht; Giesebrecht, Kaiserzeit I5 620 f.; Kohlenberger, Thronstreit, 18f. ‒ Den größten Anteil an dem günstigen Ergebnis hatte Willigis von Mainz, der schon vor längerer Zeit die beiden Kaiserinnen nach Deutschland gerufen haben muß. Ihr Kommen wurde für Mitte Juni erwartet.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 956e2, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0984-05-00_1_0_2_3_0_55_956e2
(Abgerufen am 21.02.2017).