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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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In Anknüpfung an die von den Ottonen geübte Sitte hat Heinrich die sächsischen Großen nach Magdeburg zur Feier des Palmsonntags geladen. Er stellt an sie das Ansinnen, sich ihm zu unterwerfen und ihn zum Herrscher zu erheben. Sie suchen eine Entscheidung in dieser Frage dadurch hinauszuschieben, daß sie erklären, erst von ihrem König, also von Otto III., die „Erlaubnis” einholen zu müssen, bevor sie sich Heinrich ergeben würden. Die Gegner Heinrichs beginnen sich zu sammeln.

Überlieferung/Literatur

Thietmar IV c. 1, S. 132: Qui cum palmarum sollemnia in Magadaburg celebrare voluisset, omnes regionis illius principes huc convenire rogavit atque precepit, tractans, quomodo se suae potestati subderent regnique eum fastigio sublevarent. Huic consilio maxima pars procerum hoc dolo consensit, quod licenciam a domino suimet rege, cui iuraverat, prius peteret postque secura novo regi serviret. Quidam autem ob eius indignationem digressi, occultis meditantur astutiis, qualiter hoc numquam fieret.

Kommentar

Diese Zusammenkunft sollte Heinrich ermöglichen, mit einer besonders zahlreichen Anhängerschaft auf dem für den Ostersonntag nach Quedlinburg einberufenen Reichstag aufzutreten, um dort seine Erhebung zum König durchzusetzen. Die Darstellung Thietmars läßt erkennen, daß Otto III. nicht in Magdeburg anwesend war (Reg. 956 q/1), und daß Heinrich schon hier eine schwere Enttäuschung erlebt hat, da sich der überwiegende Teil der Anwesenden durch eine listige Ausflucht seiner Zumutung, ihn als König anzuerkennen, entzog. Zweifellos bedeuteten seine Eröffnungen für die meisten Teilnehmer eine Überraschung. Manche von ihnen haben sich stillschweigend entfernt und haben mit Gleichgesinnten beraten, wie man den Plänen Heinrichs entgegentreten könnte. ‒ Vgl. Jbb. O. III. 17; Becker, Königtum und Thronfolger, 65; Lintzel, Königswahlen, 62.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 956s1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0984-03-16_1_0_2_3_0_43_956s1
(Abgerufen am 29.03.2017).