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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Auf Betreiben Notgers von Lüttich und unter seiner Leitung findet eine Zusammenkunft der lothringischen Großen, wahrscheinlich in dem Johanneskloster in Lüttich, statt, an der die französischen Könige, Herzog Karl von Niederlothringen, Egbert von Trier, Dietrich von Metz, Graf Gotfried von Verdun, zweifellos auch Adalbero von Reims und Gerbert teilnehmen. Es wird der Beschluß gefaßt und in gegenseitiger Eidesleistung vor dem Johannesaltar beschworen, die Nachfolge Ottos III. anzuerkennen und sich gegen Heinrich den Zänker zu wenden.

Überlieferung/Literatur

Lettres de Gerbert, No. 31, S. 25 f. ‒ Vgl. Reg. 956 d/2.

Kommentar

Zur Datierung dieses Ereignisses vgl. Reg. 956 k/1. ‒ Wahrscheinlich hat Notger auf Betreiben Adalberos die Fürsten und den Adel Lothringens zu einer Zusammenkunft geladen. Die Tatsache, daß seine Anwesenheit besonders hervorgehoben wird, läßt die Vermutung begründet erscheinen, daß diese Besprechung in Lüttich stattgefunden habe. In der Nähe Lüttichs liegt ein dem heil. Johannes geweihtes Kloster, das 997 eine Schenkung Ottos III. empfing. In der darüber ausgestellten Urkunde D 240 (Reg. 1223) werden die besonderen Verdienste hervorgehoben, die sich Notger unter den drei Ottonen erworben habe. ‒ Havet (Lettres, 26, Anm. 1) verlegt irrtümlich diese Versammlung in die Zeit vor dem Feldzug Otto II. gegen Frankreich, also vor 978, doch geht der Zusammenhang mit dem deutschen Thronstreit zweifellos aus der „Controversia” Dietrichs von Metz und Karls von Niederlothringen (Reg. 956 d/2) hervor.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 956n1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0984-02-00_8_0_2_3_0_38_956n1
(Abgerufen am 23.10.2017).