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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,3

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Es gelingt Heinrich binnen kurzer Zeit, in Sachsen bedeutenden Anhang zu finden, da er hier noch den Schein der Vormundschaft wahrt. Vor allem tritt die hohe Geistlichkeit, an ihrer Spitze Erzbischof Gisilher von Magdeburg, auf seine Seite. Dennoch muß es bei der Besetzung Sachsens zu Kämpfen gekommen sein, so bei der Einnahme der Pfalzen Ala und Werla. Nach Ala bringt Heinrich nicht nur die erbeuteten reichen Schätze, sondern auch die älteste Tochter Kaiser Ottos II. und Theophanus, die siebenjährige Adelheid, die bei der Besetzung der Nonnenklöster des Landes in seine Hände gefallen sein dürfte.

Überlieferung/Literatur

Vgl. Reg. 956 b/2.

Kommentar

Zweifellos wünschte man in Sachsen die Leitung des Reiches durch eine starke Persönlichkeit, die imstande war, den Angriffen der Slaven, die 983 das Land schwer verwüstet hatten (Regg. O. II. 914 b‒d), entgegenzutreten. Dazu kam bei Gisilher von Magdeburg noch die Sorge, daß eine vormundschaftliche Regierung Theophanus seine eigene Stellung durch die Wiedererrichtung des Bistums Merseburg gefährden würde (K. Uhlirz, Magdeburg, 94; Böhmer, Gisilher, 24 ff.; Schmidt, Giselher, 44f.; Hölzer, Thronstreit 9; Brackmann, Magdeburg (1937), 31 f.). ‒ Wahrscheinlich hatte das Kaiserpaar seine erstgeborene Tochter Adelheid dem Nonnenkloster Quedlinburg zur Erziehung anvertraut (M. Uhlirz, Interventionen Theophanos, DA. 10, 134. ‒ Die Äbtissin dieses Klosters Mathilde, die Schwester Ottos II., befand sich zu dieser Zeit in Pavia bei ihrer Mutter, der Kaiserin Adelheid, so daß die Nonnen keinen Widerstand geleistet haben werden. ‒ Zur Lage an der Slavengrenze nach dem Tode Ottos II.: Usinger, Exkurs VI b zu Hirsch, Jbb. H. II. 1, 485 f.; Giesebrecht, Wendische Geschichten 1, 264 ff.; Lubenow, Slawenkriege (1919), 24 ff.; Seidlmayer, Ostkolonisation (1935), 198 f.; W. Holtzmann, Mitteldeutschl. (1936), 1 ff.; Füllner, Deutsch-slawische Auseinandersetzung (1937), 10, 139, Anm. 33; Lukas, Deutsche Politik (1940), 27 ff., 35 ff., 43 ff.; Artler, Streitkräfte, Exkurs I, 19 ff.; Bünding, Imperium Christianum (1940), 13. ‒ Zur Lage von Werla und Ala vgl. Reg. 956 y/1 u. b/2.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,3 n. 956m1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0984-02-00_7_0_2_3_0_37_956m1
(Abgerufen am 22.09.2017).