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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,2

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Um diese Zeit dürfte auch Kaiserin Adelheid den Hof verlassen und sich mit ihrer Tochter Mathilde nach Burgund zu ihrem Bruder begeben haben. Die Ursache war die Entfremdung zwischen Mutter und Sohn, die teils wegen der Zurücksetzung des ihr seit jeher nahestehenden bayrischen Hauses ‒ Herzog Heinrich war der erste Ottone, dem sie begegnete, und dem Haus des ihr feindlichen Liudolf, das nun emporkam, konnte sie nicht gewogen sein ‒ teils aber auch wegen der Zwistigkeiten mit ihrem Schwiegersohn Lothar eingetreten waren, wozu die Unterstützung und Förderung des Verleumders ihrer Tochter Emma, Karl, durch Otto II. wohl wesentlich beitrug.

Überlieferung/Literatur

Odilonis Epitaphium Adalh. c. 6 (MG. SS. IV. 640): Si commendaremus litteris, quanta et qualia passa fuerit tunc temporis, derogare videremur speciem tanti generis. Non enim debemus perstringere stilo, quod cito sedavit humilis satisfactio. Filium diligens, auctores discordiae ferre non valens, secundum apostoli praeceptum dans ad modicum irae locum, paternum decrevit expetere regnum. Ubi a fratre, rege scilicet Chuonrado, et nobilissima Mathildę, eius coniugę, benigne et honorabiliter est suscepta. Tristabatur de absentia eius Germania, laetabatur in adventu eius tota Burgundia, exultabat Lugdunus, philosophiae quondam mater et nutrix, urbs inclita, nec non et Vienna, nobilis sedes regis. Ann. Magdeb. (MG. SS. XVI. 154): Adelheida imperatrix illustrissima, cum filia sua serenissima Machthilde abbatissa, nimii doloris acerbitate viscerotenus sauciata, quorundam delatorum indebitas inter se et filium discordias seminantium culpa, in Longobardiam est profecta. Vgl. auch Annalista Saxo (MG. SS. VI. 627).

Kommentar

Vgl. bes. Leibniz Ann. imp. III. 382; Giesebrecht Jb. S. 27; Witte Lothringen S. 27; Matthäi Die Händel Ottos II. mit Lothar S. 41; Kalckstein Gesch. des franz. Königtums S. 330; Steffanides Kaiserin Adelheid, Progr. Böhm.-Leipa 1893, S. 60 ff., der auch Theophanu Schuld an dem Bruch gibt; Wimmer Kaiserin Adelheid S. 85; Lot S. 85, A. 1; Mystakidis Byzantin.-deutsche Beziehungen S. 48; Müller-Mann Die äußere Politik Ottos II. S. 63, bes. Uhlirz Jb. S. 73, A. 6, und S. 110, A. 20, der auch Adelheids Erwähnung als Fürsprecherin in D. 213 (Reg. 808) nicht unwahrscheinlich dahin deutet, daß der darin bedachte Bischof Gisiler sich um die Aussöhnung von Mutter und Sohn verdient gemacht haben könnte. Man beachte ferner das „amabillima” in D. 131 (Reg. 716) und D. 170 (Reg. 761), die ein Zerwürfnis für jene Zeit auszuschließen scheinen. Neuestens Holtzmann S. 255 und 267.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,2 n. 771b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0978-07-00_2_0_2_2_0_343_771b
(Abgerufen am 24.03.2017).