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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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bestätigt der kirche von Cremona auf die unter fürsprache seiner gemalin Adelheid vorgebrachte bitte des bischofs Olderich gleich seinen vorgängern den kaisern Karl, Ludwig und Berengar (B. 1356, teilweise vorlage) zoll und andere abgaben in Cremona, welche zur grafschaft dieser stadt oder zum hofe Sospiro (Sexpilas) gehören, ferner alle schenkungen der vorgänger namentlich das flussufer mauern und türme der stadt und ein weichbild von 5 miglien um die stadt (vgl. den wortlaut der vorlage und der bestätigung Ottos II.) sowie alle sonstigen besitzungen und gewährt ihr das recht durch das vorliegende privileg iene besitztitel zu ersetzen, deren verlust der vogt der kirche mit 3 eideshelfern beschwört. Busse 100 pfund gold. Petrus canc. adv. Huberti epi. et archicanc. Cod. Sicard. s. XIII in. Cremona museo patrio. ‒ Sigonius Hist. de regno Italiae ed. I, 283 erwähnt; Muratori Ant. Ital. 6, 51 = Sanclementius Series ep. Cremon. 225 no 12; C. d. Langob. 1300 no 747; *M. G. DD. 1, 582 no 429. ‒ Mit ausnahme der processualen begünstigung ist der wesentliche inhalt der verleihung Berengars I. wiederholt, durch welche dieser und der bestätigung Ottos II. DO. II no 176 = St. 727 ungeschickt stilisirter wortlaut erst verständlich wird; mit den übrigen verleihungen der vorgänger könnten höchstens die zollbegünstigungen BM. 1146.1149.1629 gemeint sein. Cremona steht auf dem boden des zuerst 852 (BM. 1149) erwähnten königshofes Sospiro, vgl. B. 1494, und gehörte zur grafschaft Brescia, vgl. auch Ficker Ital. Forsch. 2,28; in der bestätigung Ottos II. ist wie in der urk. Berengars I. der comitatus Brixiensis genannt, in no 563 und in DO. III no 204 = St. 1075 heisst er zweideutig ipsius civitatis comitatus. ‒ Da die urkunde diktat und eschatokoll der ital. kanzlei aufweist, welche nicht nach Deutschland gefolgt war, haben wir es entweder mit späterer ausfertigung eines noch in Italien angefertigten konceptes oder mit neuausfertigung unter laufender datirung zu tun, vgl. M. G. DD. l. c., ob aber die erste ausfertigung noch für b. Liudprand bestimmt war (das regest der urk. bei Ughelli Italia sacra ed. I, 4,800 = ed. II, 4, 591 nennt diesen namen), ist sehr fraglich, vgl. no 533a. Treue dienstleistung des durch den kaiser eingesetzten Olderich erwähnt DO. III no 206 = St. 1076.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 563, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0973-03-28_1_0_2_1_1_965_563
(Abgerufen am 23.01.2017).