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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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bestätigt der kirche von Osnabrück auf andringen und in anwesenheit seines sohnes und mitkaisers und der übrigen zur abhaltung der synode versammelten: des erzbischofs Ruodbert v. Mainz mit dessen suffraganen Outhalrich v. Augsburg, Poppo v. Würzburg, Anno v. Worms, Erkanbald v. Strassburg, Otwin v. Hildesheim, Reginold v. Eichstädt, Bruno v. Verden, Baltherich v. Speier; des erzb. Gero v. Köln mit dessen suffraganen Notker v. Lüttich, Liudolf v. Osnabrück, Duodo v. Münster; des erzb. Thiedrich v. Trier mit dessen suffraganen Theodrich v. Metz, Wigfrith v. Verdun und Gerhard v. Toul; der erzb. Fredurich v. Salzburg, Athaldag v. Hamburg und Athalbert v. Magdeburg mit den suffraganen des letztern Folko v. Meissen und Gisalher v. Merseburg sowie vieler anderer fürsten kleriker und laien, auch in gemässheit des beschlusses der synode ‒ der bischof Liudolf sein verwandter (so auch DO. II no 100 = St. 648 or.) hatte schon in Ravenna vor ihm klage geführt, dass der abt von Corvei und die abtissin von Herford trotz der bereits vor 12 iahren für bischof Drogo ergangenen k. entscheidung (no 284) sich dieser zehnten abermals bemächtigt und auf das gerücht vom tode des kaisers (vgl. auch no 549a) durch verlehnung derselben sich viele anhänger verschafft hätten; darüber aufgebracht befahl Otto dem bischof ihn nach Rom zu begleiten und berief daselbst im einvernehmen mit dem papst, mit welchem er ausserdem noch über viele andere fragen sich beriet, für den herbst eine synode pro honore ecclesiastico stabiliendo nach Ingelheim; hier wurde der streitfall verhandelt und einstimmig entschieden, dass die zehnten auctoritate canonica dem bischof zurückzustellen seien, die gegenpartei fügte sich dem ausspruche und versprach dem bischof eine bannbusse von 30 pfund gold zu zahlen ‒ die immunität und den ruhigen besitz der zehnten. Willigisus not. vice Ruodberti archicap. K. Henselers s. XVIII aus angebl. or. in der bibl. des ratsgymn. (B), Osnabr. kopiar s. XV med. im staatsarch. Osnabrück (C), beide mit ind. XIIII, a. r. XXXII. ‒ (Henseler) Diss. de dipl. Caroli M. 124 unvollst, aus angebl. or. = Eckhart Hist. gen. Sax. 297 no 6 = Hartzheim Conc. Germ. 2, 655 = Mansi Conc. ed. II, 19, 37; Möser Osnabr. Gesch. ed. I, 2b, 6 no 14 aus B = ed. II, 2,228 no 14 = ed. III, 4, 26 no 14 = Schaukegl Spicil. Billung. 319 no 8 mit schlussprot. von DO. II no 100 = Sandhoff Res Osnabrugg. 2b, 23 no 12; *M. G. DD. 1, 575 no 421 und Philippi Osnabrück. UB. 1, 86 no 107 aus B. C und Henseler Diss. ‒ Das echte protokoll und einzelne ausdrücke des kontextes weisen auf eine vom notar Willigis B geschriebene urk. hin, welche inhaltlich in ähnlicher tendenz und zum teil mit gleichen worten verunechtet wurde wie no 284; die echte urk. dürfte wahrscheinlich ebenfalls immunitätsverleihung gewesen sein und vielleicht auch androhung der immunitätsbusse von 30 pfund silber enthalten haben, daher umfälschung in gold (vgl. Ficker Ital. Forsch. 1, 64. 76). ‒ Die erwähnung der Ingelheimer synode in der narratio oder auch nur der gleiche ausstellungsort gab dem fälscher anlass die ihm bekannten und vollständig glaubwürdigen akten dieser synode hineinzuverweben und in einen fragwürdigen zusammenhang mit dem Osnabrücker streit zu bringen, vgl. M. G. DD. l. c., Wilmans Westf. KU. 1,359, Diekamp Westf. UB., Suppl. no 485 und Philippi l. c. XV.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 554, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0972-09-17_1_0_2_1_1_945_554
(Abgerufen am 23.03.2017).