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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Synode in gegenwart der beiden kaiser (vgl. no 536a und wegen der teilnehmer no 554); die verhandlungen über die angelegenheiten der einzelnen bischöfe werden lateinisch geführt; bischof Oudalrich von Augsburg richtet, da er selbst zu schwach ist um vernehmlich zu sprechen, durch seinen kaplan Gerhard an den kaiser und die bischöfe die bitte, den rest seines lebens als Benediktinermönch zubringen zu dürfen. Die synode vertagt die entscheidung auf den folgenden tag, es herrscht grosse misstimmung über ihn, da dessen mitanwesender neffe Adalbero (vgl. no 528a) bereits offen den bischofstab trug; man vereint sich, iener könne nur dann nachfolgen, wenn er in der synode schwöre von dieser ketzerei gegen die kanonische regel nichts gewusst zu haben; diesen eid leistet Adalbero in der sitzung des nächsten tages, Oudalrich aber wird von seinem vorsatz abgebracht, weil dessen genehmigung für die bestrebungen ehrgeiziger bischofsneffen ein bedenkliches beispiel wäre, er begnügt sich mit den andern bischöfen in der synode dem kaiser den Adalbero zu empfehlen: procurationem sui habere et sub ipso totius episcopatus cautam dispositionem in omnibus adimplere, Gerhardi V. Oudalrici c. 23 M. G. SS. 4, 408, nach c. 24 fand die versammlung autumnali tempore statt = no 554. ‒ Von den übrigen verhandlungsgegenständen erhalten wir nur noch durch no 554 kunde; vielleicht erfolgte damals die ablehnung des von Cambrai als bischof erbetenen mönches Rotbert durch den kaiser, er ernennt statt dessen den probst von S. Severin in Köln Tetdo, einen vornehmen und gelehrten Sachsen. Gesta ep. Camerac. I, 92 ib. 7,438 (über den tod des bischofs Witold vgl. ebenda anm. 43); ebenso mit zustimmung beider kaiser die erhebung Salemanns an stelle des (aug. 1, Dümmler Otto I. 497 anm. 7) verstorbenen Gerbodo zum abt von Lorsch. Chr. Lauresh. ib. 21, 394, vgl. no 559. Die zuweisung des wol erst nach 965 (vgl. no 395) gegründeten bistums Aldenburg (Oldenburg ö. Kiel) an das näher gelegene Hamburg statt an Magdeburg (Adami Gesta Hammab. pont. II, 14 ib. 7, 310) und die von Helmoldi Chr.Slav. I, 18 ib. 21, 24 erwähnte schenkung von gut und gilten dürfte spätestens damals erfolgt sein; auch die entsendung des mit k. empfehlungschreiben versehenen Sandrat von S. Maximin zur reform von S. Gallen, welche Ekkehardi Casus s. Galli ib. 2, 143 und S. Gallner Mittheil. 15, 434 c. 137‒143 in fast unentwirrbarer zeitfolge erzählt, passt am besten hierher, vgl. den exkurs Meyers von Knonau ib. 474.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 553c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0972-09-00_1_0_2_1_1_944_553c
(Abgerufen am 28.07.2017).